Gazastreifen Israelische Luftwaffe fliegt Angriff auf Hamas

Bei Protesten gegen die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem sind im Gazastreifen Dutzende Menschen getötet worden, mehr als tausend wurden verletzt. Jetzt greift auch die israelische Luftwaffe ein.

Israelischer F-15-Kampfjet (Archivbild)
REUTERS

Israelischer F-15-Kampfjet (Archivbild)


Die israelische Luftwaffe hat einen Angriff auf die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas geflogen. Damit haben die Streitkräfte auf Beschuss von dort auf Soldaten reagiert. Das teilte die Armee auf Twitter mit.

Der Angriff habe sich gegen fünf Hamas-Stellungen gerichtet. Zwei Hamas-Posten an der Grenze seien aus der Luft und von Panzern beschossen worden. Das sagte Militärsprecher Ronen Manelis.

Am Montag gab es massive Palästinenserproteste an der Grenze zu Israel, zu der die Hamas trotz israelischer Warnungen ermutigt hatte. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens sprach von 52 Todesopfern. Rund 2400 weitere Menschen sind demnach verletzt worden. Es ist damit der Tag mit den meisten Todesopfer seit dem Gazakrieg 2014.

Anlass war vor allem die Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem. Insgesamt halten die Proteste an der Grenze allerdings schon seit sechs Wochen an. Israel feiert derzeit den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung, die Palästinenser begehen in diesem Zusammenhang den Tag der "Nakba" (Katastrophe), mit dem sie an die Vertreibung Hunderttausender Menschen erinnern. Mehrfach kam es deshalb zu Ausschreitungen, insgesamt waren bereits vor Montag 44 Menschen getötet worden.

Video: Dutzende Tote bei Palästinenser-Protesten

Drei Terrorzellen mit Schusswaffen hätten versucht, israelische Soldaten anzugreifen, sagte Militärsprecher Manelis. Es seien Brandflaschen, Sprengsätze und Lenkdrachen mit Brandsätzen gegen die israelische Seite eingesetzt worden. Es habe Versuche gegeben, Soldaten zu entführen. An den Massenprotesten im Grenzbereich seien rund 40.000 Menschen beteiligt gewesen. Sie hätten sich an zwölf Punkten entlang der Grenze konzentriert und versucht, diese zu durchbrechen.

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Eröffnung der US-Botschaft: Feier in Jerusalem, Tote im Gazastreifen

Israel wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, sie missbrauche die Proteste zu Anschlagsversuchen an der Grenze. Die Armee betont, sie schieße nur im Notfall und auch dann nur auf die Beine.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu sagte bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Botschaft, es sei ein "großartiger Tag für Israel und ein großartiger Tag für die USA und ein großartiger Tag für den Frieden". Auch eine Delegation des Weißen Hauses mit Präsidententochter Ivanka Trump und deren Ehemann und Trump-Berater Jared Kushner war vor Ort.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahostkonflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates (mehr Details zu dem Thema finden Sie hier).

aev/AFP/dpa



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t.malinowski 14.05.2018
1. Sie wissen was sie tun
Die Vorgehensweise von Hamas und der Regierung in Gaza zeigt wieder deren Unmenschlichkeit. Anstatt friedlich zu demonstrieren oder sich an den Tisch zu setzen und ernsthafte Verhandlungen mit Israel zu beginnen stacheln sie ihre Jugend auf den Märtyrer-Tod zu suchen. Israels Reaktion auf diese Provokationen ist seit Jahren die selbe, und die Hamas weiß genau was zu erwarten ist. Sie nehmen die Opfer also nicht nur in Kauf, nein, sie wollen es so. Gibt tolle Fotos und super Propaganda gegen Israel. Solange die erste Reaktion der Palästinenser Gewalt ist haben sie kein Recht sich über Opfer zu beklagen die sie selber an die "Front" schicken. Selbst der Saudisch Kronprinz hat die Palästinenser aufgerufen sich endlich wie zivilisierte Partner zu benehmen und am Frieden zu arbeiten. Solange Hamas und ihr Finanzier Iran die Finger in der palästinensischen Politik haben wird sich nichts ändern. Solange die Schulen in Palästina Haß gegen ihre Nachbarn predigen wird sich nichts ändern. Man könnte hier von staatlich verordneter Kindermißhandlung sprechen wenn ganze Generationen nur Haß und "heiliges" Blutvergießen lernen statt Frieden und Miteinander. Und immer schön in der Opferrolle bleiben, das kommt gut an bei den Liberalen im Westen, die lieben nicht mehr als Opfer.
schmidthappens 14.05.2018
2. schaut man sich nur die SPON-Fotos an...
...so stellt sich schon die Frage ob sich in dieser Form ein "friedlicher" Protest artikuliert? Nach meinen Vorstellung von Friedfertigkeit auf keinen Fall und das sich die Israelis entsprechend verhalten - wer kann es ihnen verdenken. Der Gazastreifen ist eben nicht Berlin und Israelis sind eben keine Deutschen die für alles Verständnis haben MÜSSEN...
helmud 14.05.2018
3. War das nötig Herr Trump?
Es gibt ein damaligen Beschluss der UNO, dass sinngemäß Jerusalem für Israelis und Palästinenser eine jeweils neutrale Stadt ist. Beide sollten und könnten dort friedlich leben. Was macht der Präsident und Welt Beherrscher (denkt er) Trump, er stiftet unnötigen zusätzlichen Unfrieden und die UNO ist im sch....egal. Diese Toten sind somit auch seine Toten, er ist ja fromm, aber wenn der in den Himmel kommt, gehe ich freiwillig in die Hölle.. Was dort geschieht ist zu verurteilen, nicht die Juden allgemein sind zu verurteilen, aber deren brutale extrem rechte Regierung und die Hetzer bei den Palästinensern, die so ihr Land nie zurückbekommen werden.
unbegreiflich 14.05.2018
4. Notwehr?
Na dann kann man ja beruhigt sein wenn die israelischen Soldaten nur auf die Beine schießen und das auch nur als Ultima Ratio . Ich frage mich dann warum mehr als 50 gestorben sind ? Liegt es daran, dass die Soldaten schlechte Schützen sind oder doch nicht nur auf die Beine geschossen wird? Als im Namen der Notwehr.
Bernhard.R 14.05.2018
5. 51 Tote, 2.400 Verletzte
Wieviele sind davon auf israelischem Gebiet erschossen worden? Wieviele wurden getötet oder verletzt, weil die israelischen Soldaten durch den Zaun in Gaza Gebiet hinein geschossen haben?
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