Israel: Mächtiger Rabbi wünscht allen Palästinensern die "Pest"

Das geistliche Oberhaupt der orthodoxen Schas-Partei wünscht den Feinden Israels den Tod. "Mögen alle Palästinenser von unserer Welt verschwinden", sagte Ovadia Jossef in einem öffentlichen Gebet. "Möge die Pest sie befallen." Die Schas-Partei gehört der Regierung in Jerusalem an.

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Rabbi Ovadia Jossef: Für drastische Worte bekannt

Jerusalem - Ovadia Jossef ist für drastische Worte bekannt, doch diesmal ist er besonders weit gegangen. Der 89-Jährige ist das geistliche Oberhaupt der orthodoxen Schas-Partei in Israel, die der Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angehört.

In seinem wöchentlichen Gebet in Jerusalem sagte er am Samstagabend laut israelischem Militärrundfunk: "Mögen all die Bösen, die Israel hassen, wie "Abu Masen" und alle Palästinenser, von unserer Welt verschwinden. Möge die Pest sie befallen." "Abu Masen" ist der Kampfname von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Die Schas-Partei stellt in Israel elf Parlamentsabgeordnete. Der Schas-Abgeordnete Nissim Seew sagte im Radio zu den drastischen Äußerungen, Jossef habe den Talmud zitiert, um den Wunsch Gottes auszudrücken, dass zu Gunsten des Friedens alle Feinde Israels verschwinden müssten.

Der einflussreiche Rabbi Jossef - geboren im Irak - ist bereits in der Vergangenheit durch drastische Äußerungen aufgefallen. Während des Palästinenser-Aufstands 2001 rief er zur Vernichtung der Araber auf und erklärte, ihnen gegenüber dürfe es keine Gnade geben. Später stellte er klar, er habe nur Terroristen gemeint.

Wird der Siedlungsbau im September fortgesetzt?

Jossef äußerte sich nur wenige Tage vor dem Beginn der ersten direkten Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern seit zwei Jahren. Auf Einladung von US-Präsident Barack Obama trifft Abbas am Mittwoch und Donnerstag in Washington mit dem israelischen Regierungschef Netanjahu zusammen. Ägyptens Präsident Husni Mubarak, Jordaniens König Abdullah und der internationale Nahost-Beauftragte Tony Blair reisen dazu ebenfalls in die US-Hauptstadt.

Netanjahu äußerte sich zu den Gesprächen optimistisch. "Ich bin überzeugt, dass wir ein stabiles Abkommen erzielen können, und nicht nur eine Vereinbarung über einen taktischen Waffenstillstand zwischen Kriegen, wenn die palästinensische Führung die Verhandlungen so ernst nimmt wie wir", sagte Netanjahu nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz".

Er zeigte jedoch keine Bereitschaft, auf die palästinensische Forderung nach einer Fortsetzung des Siedlungsstopps im Westjordanland auch nach dem 26. September einzugehen. An dem Tag endet ein auf zehn Monate befristeter Baustopp Israels in dem Palästinensergebiet. Die Palästinenser haben angekündigt, sie wollten die Verhandlungen sofort wieder abbrechen, sollte Israel nach dem Stichtag weiterbauen.

Der israelische Regierungschef erklärte nach Angaben des israelischen Armeesenders am Sonntag, ein Kompromissvorschlag des Geheimdienstministers Dan Meridor spiegele nicht die Position der Regierung wider. Meridor hatte vorgeschlagen, Israel solle nur in den Siedlungsblöcken im Westjordanland weiterbauen, die es sich ohnehin im Rahmen einer Friedensvereinbarung einverleiben will. In isoliert gelegenen Siedlungen im Herzen der Palästinensergebiete, die für eine Räumung vorgesehen sind, solle hingegen weiter nicht gebaut werden.

wal/AFP/dpa/Reuters

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