Nahostkonflikt Israel meldet schwersten Beschuss aus Gaza seit vier Jahren

Rund 25 Raketen und Mörsergranaten seien abgefangen worden: Israels Armee macht die radikalislamische Hamas für heftige Angriffe aus dem Gazastreifen verantwortlich - und antwortet ebenfalls militärisch.

Israelisches Raketenabwehrsystem
ABIR SULTAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Israelisches Raketenabwehrsystem


Der Beschuss an der Gaza-Grenze ist nach Angaben eines israelischen Militärsprechers der schwerste seit dem Gazakrieg vor vier Jahren. Rund 25 Geschosse - Raketen und Mörsergranaten - seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden, sagte Israels Armeesprecher Jonathan Conricus.

Er machte die militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad für die heftigen Angriffe auf Israel verantwortlich. Die israelische Bevölkerung im Grenzgebiet sei angewiesen worden, sich in 15 Sekunden Entfernung von Schutzräumen aufzuhalten.

Zugleich habe die israelische Armee den größten Gegenschlag in Gaza seit 2014 ausgeführt. Es seien mehr als 30 militärische Ziele angegriffen worden, darunter ein neuer Angriffstunnel im Bereich des Warenübergangs Kerem Schalom an der Grenze zu Ägypten, sagte der Sprecher.

Der Tunnel sei in U-Form verlaufen und habe vom Gazastreifen auf ägyptisches Gebiet und von dort nach Israel geführt. Es sei der zehnte Tunnel dieser Art, der seit Oktober zerstört worden sei. Der Gang sei zu Angriffszwecken und für Schmuggel bestimmt gewesen.

Die Spannungen an der Grenze sind seit dem 30. März stark gestiegen. An diesem Tag begannen die Palästinenser Proteste, bekannt unter dem Namen "Marsch der Rückkehr". Sie fordern Zugang in das heutige israelische Staatsgebiet, das von ihnen beansprucht wird. Israel lehnt diesen Anspruch ab. Seit Ende März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun getötet worden. Tausende wurden verletzt.

"Ruhe wird mit Ruhe beantwortet"

Die israelische Regierung wirft der radikalislamischen Hamas vor, die Demonstrationen organisiert zu haben.

Es liege jetzt in den Händen der Hamas, ob die Situation in den kommenden Tagen weiter eskalieren werde oder nicht. "Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden, Feindseligkeiten dagegen mit einer angemessenen Reaktion", sagte der Armeesprecher. Israel habe kein Interesse an einer Eskalation.

Die Hamas könne die militanten Organisationen im Gazastreifen kontrollieren. Bei den Angriffen auf Israel am Dienstag seien Granaten aus iranischer Produktion verwendet worden.

mho/dpa



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