Tel Aviv Messerattentäter tötet Tourist - mehrere Verletzte

Ein palästinensischer Angreifer hat auf einer Hafenpromenade in Tel Aviv auf Passanten eingestochen. Ein Amerikaner wurde getötet, mehrere Menschen wurden verletzt. Ganz in der Nähe weilte US-Vizepräsident Biden.

Tatort am Hafen von Tel Aviv
AFP

Tatort am Hafen von Tel Aviv


Ein palästinensischer Angreifer hat in Tel Aviv einen US-Touristen getötet und mindestens acht weitere Menschen verletzt, bevor er von der israelischen Polizei getötet wurde. Palästinenser verübten zudem mehrere Angriffe auf israelische Polizisten, bei denen zwei Polizisten schwer verletzt und drei Palästinenser getötet wurden.

Bei dem Attentäter von Tel Aviv handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 22-Jährigen aus Kalkilia im Westjordanland. Er habe sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten. Der Mann habe am Abend auf einer Promenade am Mittelmeer auf Passanten eingestochen, teilte eine Polizeisprecherin mit, anschließend zog der Angreifer in ein Restaurant weiter. Unter den Opfern gab es mehrere Schwerverletzte.

Die neue Gewalt überschattete am Dienstag den Nahost-Besuch des US-Vizepräsidenten Joe Biden. Er traf sich im Süden Tel Avivs mit dem israelischen Ex-Präsidenten Shimon Peres, als es ganz in der Nähe zu dem Anschlag kam.

"Wir sind der Sicherheit Israels absolut, total, unverbrüchlich verpflichtet", sagte Biden bei dem Treffen im Peres-Friedenszentrum im arabischen Vorort Jaffa. Er hoffe auf Fortschritte bei seinen Gesprächen. Peres sagte Biden, er sei "zu einer schwierigen Zeit" in die Region gekommen. Es gebe keine Alternative zu einer friedlichen Zwei-Staaten-Lösung.

Tote Palästinenser, verletzte israelische Polizisten

Zuvor kam es bereits zu drei weiteren Angriffen:

  • In Jerusalem hatte zuvor ein Palästinenser auf Polizisten geschossen und zwei von ihnen schwer verletzt. Anschließend wurde er selbst von Sicherheitskräften erschossen.
  • In einer Vorstadt von Tel Aviv stach ein Palästinenser auf einen Israeli ein. Das Opfer und der Besitzer eines Geschäfts hätten ihm das Messer entrissen und den Angreifer dabei verletzt, berichteten Augenzeugen. Herbeigerufene Polizisten hätten den Palästinenser dann erschossen.
  • Wenige Stunden zuvor war eine Palästinenserin erschossen worden, nachdem sie in Jerusalems Altstadt einen israelischen Grenzpolizisten mit einem Messer angegriffen hatte.

Die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas begrüßte die jüngste Anschlagsserie.

In der seit Anfang Oktober dauernden Gewaltwelle sind 30 Israelis und rund 190 Palästinenser getötet worden. Die meisten Palästinenser wurden bei Anschlägen auf Israelis erschossen. Andere kamen bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften ums Leben.

Sicherheit und Finanzen stehen auf der Agenda

Bei dem zweitägigen Besuch Bidens solle es unter anderem um die Sicherheitslage in Iran und Syrien gehen sowie um ein milliardenschweres Militärhilfspaket für Israel, schrieb die "Times of Israel". Aktuell unterstützten die USA Israel jährlich bereits mit umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte schon vor Wochen bessere Konditionen gefordert.

Während seines Besuchs will Biden auch Netanyahu, Israels Staatspräsidenten Reuven Rivlin und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas treffen. Es wird nicht mit einer neuen Friedensinitiative der USA gerechnet.

Kurz vor dem Besuch von Biden war es zu neuen diplomatischen Verstimmungen zwischen Israel und den USA gekommen. Netanyahu hatte eine Einladung von US-Präsident Barack Obama zu einem Treffen in Washington ausgeschlagen, das Weiße Haus erfuhr davon aus den Medien.

sun/AFP/dpa



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