Israel Militär erschießt Hauptverdächtigen des Rabbiner-Attentats

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Rabbiner haben israelische Sicherheitskräfte einen Mann getötet. Er soll Drahtzieher des Attentats gewesen sein. "Die Rechnung ist beglichen", sagte Israels Verteidigungsminister.

Außenposten Chavat Gilad
SULTAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Außenposten Chavat Gilad


Bei einem Einsatz im Westjordanland hat Israel einen Palästinenser getötet. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, dass es sich dabei um den Kopf einer Zelle handele, die im vergangenen Monat einen Rabbiner und sechsfachen Vater erschossen hat. "Die Rechnung ist beglichen", teilte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman mit.

Ahmed Dscharrar hielt sich nach Medienberichten in der Ortschaft Jamun in der Nähe der Palästinenserstadt Dschenin versteckt. Als die israelischen Truppen sich dem Haus näherten, sei er mit einem Sturmgewehr und Sprengsätzen bewaffnet auf sie zugegangen, berichtete die Nachrichtenseite "ynet". Die Soldaten hätten ihn daraufhin bei dem Einsatz in der Nacht zum Dienstag erschossen.

Am 9. Januar war der Rabbiner bei einem Feuerüberfall getötet worden, als er in seinem Auto unterwegs war. Bei der Suche nach Täter und Komplizen tötete die israelische Armee bereits zwei Palästinenser.

Kürzlich stimmte Israels Regierung als Reaktion auf den Mord für die Legalisierung des israelischen Siedlungsaußenpostens im nördlichen Westjordanland. Der Außenposten Chavat Gilad, in dem der Rabbiner mit seiner Familie lebte, soll nun in eine dauerhafte Siedlung umgewandelt werden.

Im Westjordanland und in Ostjerusalem leben mehr als 600.000 jüdische Siedler inmitten von etwa drei Millionen Palästinensern. Die Uno betrachtet die Siedlungen als illegal.

mho/dpa/AFP

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