Antisemitismus Israelischer Minister ruft Frankreichs Juden zur Emigration auf

"Kommt heim": Nach antisemitischen Vorfällen in Frankreich meldet sich ein israelischer Minister zu Wort. Er fordert die französischen Juden auf, nach Israel auszuwandern.

Minister Joav Gallant
imago/ Pacific Press Agency

Minister Joav Gallant


In Frankreich mehren sich antisemitische Übergriffe und Aktionen - jetzt wendet sich ein Politiker aus Israel an die Juden in dem Land. Die am Dienstag bekannt gewordene Schändung eines jüdischen Friedhofs rufe "Erinnerungen an die dunklen Zeiten in der Geschichte der Juden" hervor, erklärte Einwanderungsminister Joav Gallant. Die jüdische Gemeinde sei in Frankreich "antisemitischen Attacken" ausgesetzt, fuhr er fort. "Ich rufe die Juden auf: kommt heim, emigriert nach Israel."

In der elsässischen Gemeinde Quatzenheim hatten Unbekannte Dutzende Gräber auf dem jüdischen Friedhof geschändet. Etwa 80 Grabsteine wurden unter anderem mit blauen oder gelben Hakenkreuzen beschmiert, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag berichtete. Die zuständige Präfektur verurteilte "mit größter Entschiedenheit" die "abscheuliche antisemitische Tat".

Angesichts des massiven Anstiegs antisemitischer Übergriffe in Frankreich will Präsident Emmanuel Macron am Dienstagabend gemeinsam mit den Spitzen des Parlaments an der Pariser Holocaust-Gedenkstätte zusammentreffen. Unter dem Motto "Es reicht" ("Ça suffit!") sind im Anschluss in Paris und anderen Städten Kundgebungen gegen Antisemitismus geplant.

kev/AFP



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