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Israels Premier vor der Uno: Netanjahu setzt Hamas mit IS gleich

Israels Regierungschef Netanjahu vor der Uno: "Äste desselben giftigen Baumes" Zur Großansicht
REUTERS

Israels Regierungschef Netanjahu vor der Uno: "Äste desselben giftigen Baumes"

Israels Premier Netanjahu hat vor der Uno-Vollversammlung gesprochen. Die Kurzfassung seiner Rede: Die Hamas ist wie der "Islamische Staat", beide sind wie die Nazis. Ein Ende der Besatzung der palästinensischen Gebiete ist daher nicht in Sicht.

New York - Eine Zeichnung hatte Benjamin Netanjahu diesmal nicht dabei, als er vor der Uno-Generalversammlung redete. Vor zwei Jahren zeigte der israelische Premier das Schaubild einer Bombe, als er vor den Vereinten Nationen redete. Er wollte damals vor der Gefahr einer iranischen Atombombe warnen.

Diesmal nahm Netanjahu ein Foto aus dem Gaza-Streifen mit aufs Podium. Es zeigte Kinder in der Nähe eines Hamas-Raketenwerfers. Mit dem Bild in der Hand rechtfertigte der Regierungschef Israels Vorgehen im Gaza-Krieg: "Der Islamische Staat und die Hamas sind Äste desselben giftigen Baumes. Wenn es um ihre Endziele geht ist der IS Hamas und Hamas ist der IS", sagte Netanjahu.

Die Hamas, der IS und die libanesische Hisbollah teilten dieselbe fanatische Ideologie, in der es keinen Platz für Freiheit oder Toleranz gebe. "Die Nazis glaubten an eine Herrenrasse. Die militanten Islamisten glauben an einen Herrenglauben", dozierte Netanjahu.

Netanjahu wirft Abbas Holocaust-Leugnung vor

Iran sei jedoch mindestens ebenso gefährlich, warnte der Regierungschef. "Den Islamischen Staat zu besiegen und Iran an der Schwelle zur Atommacht zu halten würde bedeuten, eine Schlacht zu gewinnen und den Krieg zu verlieren", sagte Netanjahu.

Der Premier machte den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas für Kriegsverbrechen der Hamas verantwortlich. Abbas hatte Israel bei seiner Rede am Freitag einen Genozid an den Palästinensern in Gaza vorgeworfen. Netanjahu bezichtigte ihn in seiner Rede indirekt, den Holocaust zu leugnen und antisemitische Vorurteile zu verbreiten.

Netanjahu forderte die arabischen Staaten auf, ihre Haltung gegenüber Israel zu überdenken. Die Arabische Friedensinitiative von 2002, in der die arabischen Staaten anbieten, Israel anzuerkennen, wenn es sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht, müsse an die neuen Realitäten in der Region angepasst werden. Wie das konkret aussehen soll, ließ Netanjahu offen.

syd/Reuters/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
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1. Seufz
theos001 29.09.2014
Benjamin, warum machst du dein Leben und das der anderen so schwer? Der ganze Stress läuft doch im großen und ganzen nur weil sich 2 Religionen um Jerusalem streiten. Teilt das Land 50/50 oder 60/40 (habt ja mehr Leute) in etwa der Höhe vom Mittelmeer zum Toten Meer, sodass die Linie durch Jerusalem verlaufen würde. Palästina wird der südliche Teil, Israel der nördliche. Jerusalem wird Hauptstadt von beiden und erhält Status eines Stadtstaates. Stadt wird Mischzone, also kein Grund mehr sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen und wenn Staaten mit Islamischen Glauben Jerusalem attackieren greifen sie damit auch ihre Religiösen Kollegen an. Klingt doch nach guter Lösung.
2. Üble Gestalten
ichsagwas 29.09.2014
Man sollte diesen Leuten nichts mehr glauben und ihnen jeden guten Willen absprechen. Ob Netanjahu, Liebermann oder die Hamas-Funktionäre - die sind alle auf demselben erbärmlichen Niveau. Mahmud Abbas erscheint mir noch einer der wenigen vernünftigen Akteure auf dieser grauenvollen Nahostbühne zu sein. Wenn wir schon die Hamas sanktionieren, dann sollten wir mit der Regierung Netanjahu ähnlich umgehen. Glaubwürdiges Handeln sieht anders aus. Und auf diese Weise sinkt auch das Ansehen Deutschlands in der Welt immer mehr.
3. Wir sollten die gesamte Situation objektiver betrachten!
sfk15021958 29.09.2014
Aber leiderr hilft das nichts bei diesen Betonköpfen, es wird dort nie mehr Frieden geben, solange jeder auf seinen Maximalforderungen beharrt!
4. Bezeichnend für das Selbstverständnis!
egowehner 29.09.2014
Es sind nicht ´die Israelis´, sondern wie üblich und überall und immer eine kleinere Clique von Selbstgerechten und Grössenwahnsinnigen, die jedes Mass verloren haben. Sie glauben sich im Besitze der alleinseligmachenden Wahrheit, wozu in diesem Falle noch gehört, ´Gottes auserwähltes Volk´ zu sein. Da hilft keine Intelligenz und keine Bildung - ein Fall für die Psychiatrie. Aber nichts neues in der Weltgeschichte. Es liegt allein an den USA, diesem Trauerspiel ein Ende zu machen und auf ihr 50 Jahre dauerndes Veto in der UNO-Vollversammlung endlich zu verzichten. Das wäre auch besser für die Glaubwürdigkeit der USA. Genug ist genug!
5. Verklickt - Fortsetzung
nightwatchman 30.09.2014
Die Einsatzführung erteilt dem Kampfhubschrauber die Feuererlaubnis MIT dem Wissen, dass sich in dem Fahrzeug neben dem Hamasaktivisten ein sechsjähriges Kind befindet. Ein ehemaliger Kampfpilot und Kriegsheld Israels bezeichnet diese Aktion als Mord. Seit seiner Kritik darf er nicht mehr fliegen. Keinerlei Konsequenzen für die Täter. .... In besagter Reoprtage sind mehrere Fälle aufgeführt die auch gegen das israelische Recht verstossen - ohne Folgen für die Täter. Vor kurzem kam die Meldung, dass zwei der Mörder der drei israelischen Kinder bei einem Feurgefecht getötet wurden - ich weine diesen kranken Typen keine Träne nach jedoch erscheint mir die Vorgehensweise eines angeblich demokratischen Rechtsstaates dabei sehr fragwürdig. In dem von der israelischen Armee veröffentlichten Einsatzvideo wird das Haus, in dem sich unter anderem die beiden Terroristen aufhielten umstellt und anschließend das Feuer eröffnet. Es wurde scheinbar noch nicht mal versucht, diese Personen festzunehmen und vor ein Gericht zu stellen. Schätze mal den Rachemördern des palästinensischen Kindes wird wohl das Recht auf einen Gerichtsprozess gewährt. Auch wenn es unbequem ist sollte sich ein Staat immer an die demokratischen Grundprinzipien halten denn sonst ist er nicht besser als jene gegen die er sich wehrt. Erst wenn sich Israel auch mal kritisch mit seiner Politik auseinandersetzt wird es glaubwürdig. Ich hoffe, dass beide Völker den Weg der Radikalisierung endlich in Richtung Verständnis und Menschlichkeit verlassen.
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