Israel Peres fordert Proteste gegen ultraorthodoxe Juden

In Israel verschärft sich der Konflikt um die Vorstellungen der ultraorthodoxen Juden: Präsident Schimon Peres rief zu einer Demonstration gegen religiöse Fanatiker auf - Anhänger dieser Minderheit fordern Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit.

Israels Präsident Schimon Peres: "Die ganze Nation muss mobilisiert werden"
REUTERS

Israels Präsident Schimon Peres: "Die ganze Nation muss mobilisiert werden"


Tel Aviv - Israels Präsident Schimon Peres hat am Dienstag seine Landsleute aufgefordert, religiöse Fanatiker in die Schranken zu weisen. Hintergrund ist der eskalierende Streit um die von ultraorthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit.

In der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem war es am Montag zu gewalttätigen Protesten gekommen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung zum dritten Mal in dieser Woche ein von Ultraorthodoxen angebrachtes Schild abgenommen, das es Frauen verbietet, auf demselben Bürgersteig zu gehen wie Männer. Die religiösen Fanatiker bewarfen die Polizisten mit Steinen und verletzten einen Beamten am Kopf.

Peres forderte die Bürger jetzt zu einer Gegendemonstration auf. Die gesamte Nation müsse mobilisiert werden, um eine Mehrheit aus den Händen einer kleinen Minderheit zu befreien, sagte Peres. Berichten zufolge wurden Tausende Teilnehmer bei der für Dienstagabend geplanten Kundgebung in Beit Schemesch erwartet.

Auch ein zweiter Vorfall in Beit Schemesch löste hitzige Diskussionen in Israel aus. In einem Fernsehbericht wurde ein siebenjähriges Mädchen gezeigt, das von ultraorthodoxen Fanatikern auf der Straße bespuckt wurde, weil es nach Ansicht der Täter unschicklich gekleidet war.

Die Spannungen zwischen Ultraorthodoxen und der jüdischen Mehrheitsgesellschaft in Israel nehmen seit Wochen zu. So gibt es in einigen Buslinien in Jerusalem auf Druck der Ultraorthodoxen getrennte Sitzplätze für Männer und Frauen. Rund zehn Prozent der knapp acht Millionen Israelis sind ultraorthodoxe Juden.

lgr/dpa/Reuters

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Seite 1
xzz 27.12.2011
1.
Wozu die Aufregung, ist doch in sämtlichen Nachbarländern völlig normal und sorgt auch nicht für Schlagzeilen.
derandersdenkende, 27.12.2011
2. Es gibt immer etwas Neues.
Zitat von sysopIn Israel verschärft sich der Konflikt*um die Vorstellungen der*ultraorthodoxen Juden: Präsident Schimon Peres rief zu einer Demonstration gegen religiöse Fanatiker auf - Anhänger dieser Minderheit fordern Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Israel: Peres fordert Proteste gegen ultraorthodoxe Juden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805970,00.html)
Ein Präsident eines demokratischen Landes ruft zu Demonstrationen gegen Fanatismus im eigenen Land auf. Ein Lichtblick ! Ein Hilferuf ? Wenn so etwas hilft, Fanatiker gleich welcher Art zurückzudrängen, sollte der Ruf dankend angenommen werden.
hdwinkel 27.12.2011
3. Ultra-Orthodoxe
Zitat von sysopIn Israel verschärft sich der Konflikt*um die Vorstellungen der*ultraorthodoxen Juden: Präsident Schimon Peres rief zu einer Demonstration gegen religiöse Fanatiker auf - Anhänger dieser Minderheit fordern Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Israel: Peres fordert Proteste gegen ultraorthodoxe Juden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805970,00.html)
Nach einem Bericht der Uni Manchester werden die Ultra-Orthodoxen spätestens 2050 die Mehrheit stellen. 'Majority of Jews will be Ultra-Orthodox by 2050' (The University of Manchester) (http://www.manchester.ac.uk/aboutus/news/archive/list/item/?id=2932&year=2007&month=07) Da diese zumeist nicht arbeiten oder sich sonst irgendwie für ihr eigenes Land einsetzen lässt das sehr ungutes für Israel erwarten. Das bedeutet dann wohl 'Peitschenhiebe für Sünder, Frauen in Burka-ähnlichen Gewändern und Zwangsheiraten' Israel streitet um ultraorthodoxe Sekte - So unerbittlich wie die Taliban - Panorama - sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/panorama/israel-streitet-um-ultra-orthodoxe-sekte-so-unerbittlich-wie-die-taliban-1.1158091)
parisien 27.12.2011
4. Minderheit ?
Zitat von sysopIn Israel verschärft sich der Konflikt*um die Vorstellungen der*ultraorthodoxen Juden: Präsident Schimon Peres rief zu einer Demonstration gegen religiöse Fanatiker auf - Anhänger dieser Minderheit fordern Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Israel: Peres fordert Proteste gegen ultraorthodoxe Juden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805970,00.html)
Wenn ich lese, dass diese "Minderheit" immerhin ca 800000 Bürger ausmacht, die erfahrungsgemäß als Fanatiker viel aktiver sind , als die Mehrheit, und daher sehr viel mehr Durchsetzungskraft haben , als letztere ( daher die "" bei Minderheit) , dann verstehe ich einige Entscheidungen in Israel besser ( zB Siedlungspolitik), ohne sie zu billigen . Was mich immer wieder wundert ist, egal, wo man diese Erscheinung findet, dass die Parlamente, hier also die Knesset, die eigentlich für die Gesetzgebung zuständig ist, de facto ignoriert wird. Man kommt immer wieder darauf zurück, dass Staat und Kirche streng getrennt werden müssen , um Rationalität und Glauben auseinander zu halten. Israel braucht dringend Freunde. Wenn es nicht gelingt, die Ultras im Zaume zu halten, werden diese dünn(er) gesäht sein.
super_nanny 27.12.2011
5. #
Zitat von xzzWozu die Aufregung, ist doch in sämtlichen Nachbarländern völlig normal und sorgt auch nicht für Schlagzeilen.
Natürlich sorgt auch Extremismus in den Nachbarländern für Schlagzeilen - vielleicht solltest Du öfter mal Nachrichten lesen? Abgesehen davon besteht der Nachrichtenwert hier auch darin, dass Israel durch ein Frauen-Apartheidssystem möglichweise endgültig seine Legitimation als demokratischer Staat und damit die Unterstützung des Westens verlieren könnte. Was zu einer delikaten Situation in der Region führen würde.
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