Israel Tote und Verletzte bei Raketenangriffen an Gaza-Grenze

Dutzende Geschosse sind aus dem Gazastreifen auf die israelische Stadt Sderot abgefeuert worden, die Reaktion der Armee ließ nicht lange auf sich warten.

Gaza-Stadt unter Beschuss
HAITHAM IMAD/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Gaza-Stadt unter Beschuss


An der Grenze zum Gazastreifen sind bei einem neuerlichen Gewaltausbruch mindestens drei Palästinenser getötet worden, darunter eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter. Das meldete das Gesundheitsministerium in Gaza am frühen Donnerstagmorgen. Der Vater wurde demnach bei dem Angriff in Deir al-Balah in Zentralgaza verletzt. Die 23-jährige Frau sei im neunten Monat schwanger gewesen.

Zuvor war ein Mitglied des bewaffneten Flügels der im Gazastreifen herrschenden Hamas bei einem Luftangriff auf sein Auto getötet worden. Acht weitere Palästinenser wurden dem Ministerium zufolge verletzt.

Nach Angaben der israelischen Armee waren am Mittwoch rund 70 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert worden, drei Israelis wurden demnach leicht verletzt. Nach Polizei- und Armeeangaben trafen mindestens zwei Dutzend Raketen die südisraelische Stadt Sderot. Die übrigen Geschosse schlugen der Armee zufolge größtenteils auf offenem Gelände ein, elf seien abgefangen worden. Zu den Angriffen bekannte sich der bewaffnete Arm der Hamas. Die Palästinenserorganisation hatte nach der Tötung zweier ihrer Mitglieder durch die israelische Armee am Dienstag mit Vergeltung gedroht.

Der Uno-Nahostgesandte Nickolai Mladenow zeigte sich "alarmiert über die jüngste Eskalation der Gewalt zwischen dem Gazastreifen und Israel und insbesondere über die zahlreichen auf Gemeinden im Süden Israels abgefeuerten Raketen". Er rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

Israelischer Beamter prüft Einschlagsort in Sderot
AP

Israelischer Beamter prüft Einschlagsort in Sderot

Die Lage im Nahen Osten ist seit Monaten angespannt. Seit Ende März gibt es an der Grenze des Gazastreifens immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Mindestens 160 Palästinenser und ein Israeli wurden seitdem getötet. Mitte Juli hatte die israelische Armee die schwerste Offensive im Gazastreifen seit dem Gazakrieg 2014 gestartet.

Uno-Mitarbeiter protestieren in Gaza

Nur wenige Stunden vor dem Raketenangriff sind Mitarbeiter der Uno-Organisation für palästinensische Flüchtlinge im Gazastreifen (UNRWA) wegen Stellenstreichungen auf die Barrikaden gegangen. Wie der Leiter des UNRWA-Büros im Gazastreifen, Matthias Schmale, sagte, besetzten Angestellte einen Teil des Gebäudes in der Stadt Gaza. Unterstützung erhielten sie von der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas.

Die UNRWA hatte im Juli angekündigt, im Gazastreifen und im Westjordanland 250 ihrer insgesamt 13.000 Mitarbeiter zu entlassen, nachdem die USA ihre Zahlungen an die Organisation um 300 Millionen Dollar (259 Millionen Euro) pro Jahr gekürzt hatten. Seit der Ankündigung gab es täglich Proteste der Angestellten-Gewerkschaft der UNRWA.

mkl/tin/aar/AFP/dpa



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