Konflikt mit Gaza: Israel reagiert mit Luftangriff auf Raketenbeschuss

Die Waffenruhe hielt nur kurz: Erst flogen Raketen aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Gebiet, die Armee wiederum reagierte mit Vergeltungsschlägen. Doch wer hinter der neuerlichen Attacke steckt, ist noch unklar - womöglich sind radikale Salafisten dafür verantwortlich.

Gaza-Stadt/Jerusalem - Die Welle der Gewalt zwischen Israel und Palästinensern hält an: Am Montagmorgen sind nach Angaben der israelischen Armee elf Raketen aus dem Gaza-Streifen auf südisraelisches Gebiet gefeuert worden. Die israelische Armee antwortete mit eine Serie von Luftangriffen auf Ziele im Gaza-Streifen, wie ein Sprecher der israelischen Armee sagte. Die Angriffe hätten Schmugglertunneln, Waffenlagern und einer Raketenabschussstelle gegolten.

Israel werde seine Reaktion steigern, bis die im Gaza-Streifen herrschende radikalislamische Hamas die Angriffe beende, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Mosche Jalon. Ob allerdings die Hamas hinter den neuesten Attacken steckt, ist unklar. Nach Angaben eines mit der Sache vertrauten Palästinensers seien die Raketenangriffe am Montag nicht von der Hamas ausgegangen, da die Organisation die Notwendigkeit einer Waffenruhe einsehe. Dagegen bekannten sich radikale Salafisten zu einem Angriff auf die Stadt Netiwot. Die Rakete sei in der Nähe eines Hauses explodiert. Laut Polizeiangaben wurde niemand verletzt, aber 26 Menschen hätten einen Schock erlitten und seien von Rettungskräften behandelt worden.

Die Rakete auf Netiwot beendete eine kurze Ruhephase nach einem dreitägigen Schlagabtausch. Seit Samstagabend detonierten auf israelischem Gebiet mehr als 110 Geschosse aus dem Gaza-Streifen. In dem Konflikt waren am Wochenende sechs Palästinenser getötet und acht Israelis verletzt worden.

Ägypten hat sich bisher vergeblich darum bemüht, einen formellen Waffenstillstand zwischen Israel und den verschiedenen palästinensischen Gruppen zu vermitteln. Beobachter befürchten, dass die Gewalt vor der israelischen Parlamentswahl am 22. Januar eskalieren könnte.

sun/Reuters/dpa

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