Israel Säkularer Barkat ist neuer Bürgermeister von Jerusalem

Sein orthodoxer Rivale kam immerhin auf 42 Prozent - doch am Ende setzte sich Nir Barkat im Rennen um das Jerusalemer Rathaus doch durch: Der säkulare Geschäftsmann wird neuer Bürgermeister der israelischen Metropole.


Hamburg/Jerusalem - Der betont säkulare Kandidat und High-Tech-Unternehmer Nir Barkat hat die Bürgermeisterwahl in Jerusalem klar gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen erzielte er offiziellen Angaben zufolge 52 Prozent. "Heute hat Jerusalem gewonnen", sagte der 49-jährige Barkat am frühen Mittwochmorgen vor Anhängern. Sein schärfster Rivale, der ultraorthodoxe Rabbiner Meir Porusch, erhielt 43 Prozent der Wählerstimmen. Der aus Russland stammende Milliardär Arkadi Gaidamak kam auf 3,6 Prozent, der vierte Kandidat Dan Biran nur auf ein Prozent.

Säkularer Barkat: Der Geschäftsmann ist neuer Bürgermeister Jerusalems
AP

Säkularer Barkat: Der Geschäftsmann ist neuer Bürgermeister Jerusalems

Der bisherige Bürgermeister Uri Lupolianski, der 2003 als erster Ultra-Orthodoxer die Wahl gewonnen und Ehud Olmert abgelöst hatte, trat bei den neuen Wahlen nicht mehr an.

Die Bürgermeisterwahl in Jerusalem gilt wegen der besonderen Bedeutung der Stadt für die drei großen Weltreligionen als wichtig. Jerusalem hat etwa 730.000 Einwohner, darunter gut eine Viertelmillion Araber im 1967 besetzten Ostteil der Stadt. Wahlberechtigt sind knapp 530.000 Bürger.

Die Palästinensische Autonomiebehörde sowie der Mufti Jerusalems hatten die arabischen Wahlberechtigten jedoch zu einem Boykott aufgerufen, weil die Jerusalemer Stadtverwaltung die israelische Besatzung repräsentiere. Die Palästinenser beanspruchen den arabischen Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Sowohl Barkat als auch Porusch hatten sich in ihrem Wahlkampf zu Jerusalem als "unteilbarer und ewiger Hauptstadt des jüdischen Staats" bekannt. Gaidamak setzte dagegen auf die Stimmen der arabischen Israelis und bezeichnete seine beiden Rivalen als "rassistisch".

flo/dpa/AFP



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