Abgefangener Frachter in Israel Iranische Raketen unter Zementsäcken

Der Streit um einen in Israel festgesetzten Frachter verschärft sich. Soldaten durchforsten das Schiff, nachdem sie Dutzende iranische Raketen unter Zementsäcken entdeckt haben. Premier Netanjahu sucht Beweise, dass Teheran die Waffen an die radikalislamische Hamas liefern wollte.

AFP

Eilat/Panama-Stadt - Der von Israel im Roten Meer aufgebrachte Frachter "Klos-C" wird im südisraelischen Hafen Eilat auf weitere Waffen durchsucht. Der Frachter wurde am Samstag von einem Kriegsschiff in den Seehafen an der Südspitze Israels eskortiert.

Nach israelischen Angaben befanden sich in dem am Mittwoch von israelischen Elitesoldaten geenterten Schiff Dutzende Raketen aus Iran. Die unter Zementsäcken versteckten Waffen seien für den Gaza-Streifen bestimmt gewesen, behauptet die Regierung in Israel. Von dort aus feuern militante Palästinenser immer wieder Raketen auf Israel ab. Iran und die im Gaza-Streifen herrschende radikal-islamische Hamas wiesen die Vorwürfe zurück.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, der Einsatz im Roten Meer habe "zwei Ziele gehabt: die Lieferung tödlicher Waffen an Terrororganisationen im Gaza-Streifen zu verhindern und das wahre Gesicht Irans aufzudecken, das hinter dieser Waffenlieferung steckt". Man werde Beweise für die Beteiligung Teherans liefern, kündigte Netanjahu an. Er forderte zudem die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton auf, bei ihrem Besuch in Iran unbequeme Fragen zu der Waffenlieferung zu stellen.

Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff werde in Eilat auf mögliche weitere versteckte Waffen und Munition durchsucht, teilte die Armee mit. Panama leitete eine eigene Untersuchung ein.

Die "Klos-C" war nach israelischen Angaben unterwegs nach Port Sudan. Das Schiff sei rund 1500 Kilometer südlich von Israel in internationalen Gewässern vor der Küste zwischen dem Sudan und Eritrea abgefangen worden.

Die Raketen des Typs "M 302" seien in Syrien hergestellt und zunächst nach Teheran geflogen worden, hatte ein Militärsprecher am Mittwoch mitgeteilt. Von dort seien sie zum iranischen Hafen Bandar Abbas und dann zum irakischen Hafen Umm Kasr transportiert worden.

ssu/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Beobachter123 09.03.2014
1. Waffen
Waffen sind so ziemlich das Einzige was der Gazastreifen nicht braucht. Wie wäre es wenn die Menschen in der Region die Schuld für ihre Lage einmal nicht bei Israel, sondern bei den radikalen Strömungen suchen würden?!
killi 09.03.2014
2. optional
Vielleicht sind die Waffen auch für Assad bestimmt gewesen. Was passiert eigentlich mit der Schiffsbesatzung, ich bezweifle das alle von dieser Fracht gewusst haben.
mytilus54 09.03.2014
3. Unverständliche Geographie
Schon in der ersten Medienmeldung hieß es einerseits, der Frachter habe Zielhafen Port Sudan. Andere Meldungen nannten Port Said. Wenn das mit Port Sudan stimmt, stellt sich die Frage, wie denn die Raketen von dort aus unentdeckt nach Gaza auf dem weiten Landweg längs durch das kontinentale Ägypten transportiert werden sollten. Es gibt nur einen direkten Straßenübergang von Sudan nach Ägypten und sonst nur für sowas untaugliche Kamelpfade. Das wiederum legt eher die Vermutung nahe, das eigentliche Ziel der Lieferung ist ein Krisenherd im südlichen Sahel.
Beobachter123 09.03.2014
4. Blödsinn
Zitat von killiVielleicht sind die Waffen auch für Assad bestimmt gewesen. Was passiert eigentlich mit der Schiffsbesatzung, ich bezweifle das alle von dieser Fracht gewusst haben.
Die Raketen wurden in Syrien produziert. Warum sollte man sie in den Iran fliegen und dann nach Syrien zurück schmuggeln?! Terroristen wollten mit diesen Raketen auf zivile Städte schießen! Man kann Israel zu diesem Erfolg nur gratulieren!
Leo Tolstoi 09.03.2014
5. Syrien war der Lieferant
Zitat von killiVielleicht sind die Waffen auch für Assad bestimmt gewesen. Was passiert eigentlich mit der Schiffsbesatzung, ich bezweifle das alle von dieser Fracht gewusst haben.
Nein und nein. Israelische Medien haben ausführlich darüber berichtet, z.B. hier: http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4495487,00.html Demnach kamen die Raketen aus Syrien---das machte die Lieferung gerade so verdächtig. Und die Schiffsbesatzung war selbst überrascht, als sie erfuhr, was sie transportierte.
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