Militärcamps in Israel Quälen für die Karriere

Sie wälzen sich in Schlamm, robben durch unwegsames Gelände und üben schon mal den Nahkampf: In Trainingscamps lassen sich israelische Schüler für die Aufnahme in die angesehenen Militär-Eliteeinheiten drillen.

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Der Wehrdienst gehört zu den einschneidendsten Erfahrungen im Leben eines Israelis. Männer müssen drei Jahre dienen, Frauen zwei Jahre. Innerhalb weniger Wochen werden aus Schülern Soldaten, die schon bald in Kampfgebieten eingesetzt werden. Sie dienen in Einheiten im besetzten Westjordanland, im Kriegsfall müssen sie in den Häuserkampf nach Gaza.

Immer mehr Jugendliche entscheiden sich inzwischen dafür, sich auf das harte Leben in der Armee vorzubereiten, bevor sie das behütete Elternhaus verlassen. Schon während der Schulzeit besuchen Jungen und Mädchen deshalb Militärcamps, in denen sie sich von ausgedienten Soldaten drillen lassen. Die Ausbilder simulieren den Druck und Stress, den die Soldaten später aushalten müssen. Die Schüler lernen beispielsweise, binnen Sekunden ein Sturmgewehr zusammenzubauen und wie sie im Häuserkampf reagieren müssen.

Viele Israelis streben die Aufnahme in die Eliteeinheiten der Armee an. Dort hoffen sie, Kontakte zu knüpfen, die ihnen im späteren Leben nutzen. Das Militär hat in Israel noch immer den Ruf einer Kaderschmiede. Das Netzwerk, das sich Israelis in dieser Zeit aufbauen, hält oft ein Leben lang. In Politik und Wirtschaft des Landes finden sich viele Israelis, die von Seilschaften aus ihrer Zeit bei den Verteidigungsstreitkräften (IDF), wie die Armee offiziell heißt, profitieren.

Zur Fotostrecke mit Aufnahmen aus einem Trainingslager gelangen Sie hier.

als/syd/AP



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