Suche nach Vermissten Israelische Soldaten töten palästinensischen Teenager

Israel sucht im Westjordanland nach drei vermissten Jugendlichen - und lässt sein Militär dabei hart vorgehen. Bei einem Zwischenfall mit Soldaten nahe Hebron wurde nun ein palästinensischer Junge tödlich verletzt.

Israelischer Soldat nahe Hebron (Archivbild): Tödlicher Zwischenfall
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Israelischer Soldat nahe Hebron (Archivbild): Tödlicher Zwischenfall


Ramallah - Die Suche nach drei verschleppten Jugendlichen im Westjordanland hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Israelische Soldaten töteten am Freitag Ärzten zufolge einen jungen Palästinenser in dem besetzten Gebiet. Der Junge sei in dem Dorf Dura nahe Hebron erschossen worden, teilten die palästinensischen Mediziner mit. Dort war es wie auch andernorts zu heftigen Gefechten zwischen Palästinensern und dem Militär gekommen.

Unklarheit herrscht noch über das genaue Alter des getöteten Palästinensers. In Agenturen wird es sowohl mit 15 als auch mit 14 Jahren angeben. Die israelische Zeitung "Haaretz" gibt als Alter 13 Jahre an.

Palästinensische Sicherheitskräfte teilten mit, die Zusammenstöße seien Folge eines Einsatzes des israelischen Militärs zur Festnahme weiterer Palästinenser gewesen. Bis Donnerstag hatte die israelische Armee im Westjordanland auf der Suche nach den Entführern der Jugendlichen mindestens 280 Verdächtige festgenommen, von denen etwa drei Viertel der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas angehören.

Israel wirft der radikalislamischen Hamas vor, die drei israelischen Jugendlichen entführt zu haben, die seit mehr als einer Woche spurlos verschwunden sind. Der politisch höchst aufgeladene Fall verschärft die ohnehin angespannte Situation in der Region noch einmal.

Israelische Sicherheitskräfte haben bei Razzien und Hausdurchsuchungen im Westjordanland bereits mehrere hundert Menschen in Gewahrsam genommen. Es war bereits der zweite Palästinenser, der auf der Suche nach den Jugendlichen getötet wurde.

Die drei israelischen Talmudschüler, zwei 16-Jährige und ein 19-Jähriger, waren zuletzt vor rund einer Woche im südlichen Teil des Westjordanlands gesehen worden. Seither fehlt von ihnen jede Spur.

In der Nacht zum Freitag flogen die israelischen Streitkräfte auch Luftangriffe auf drei Ziele im Gazastreifen. Von dort hatten Extremisten am Vorabend zwei Raketen nach Israel abgefeuert.

jok/Reuters/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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barabbaschen 20.06.2014
1.
Zitat von sysopDPAIsrael sucht im Westjordanland nach drei vermissten Jugendlichen - und lässt sein Militär dabei hart vorgehen. Bei einem Zwischenfall mit Soldaten nahe Hebron wurde nun ein palästinensischer Junge tödlich verletzt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-soldaten-toeten-palaestinensischen-teenager-a-976309.html
Netanjahu macht das geschickt, wie so viele seiner Vorgänger, unter dem Deckmantel das Opfer zu sein aggiert man als Täter.
ihawk 20.06.2014
2. Wer gebietet hier noch Einhalt ?
Die israelische Regierung verletzt Menschenrechte am laufenden Band ... von juristischen Grundsätzen noch garnicht zu reden ... Langsam möchte man glauben, die israelische Regierung hat die drei Jugendlichen selbst entführen lassen, um mal wieder einen Anlass zu haben gegen Palästinenser vorzugehen ... und die Welt sieht zu und keiner traut sich etwas zu sagen. Wann hört dieser Wahnsinn endlich mal auf?
MENA-Experte 20.06.2014
3. Schade
Drei Jugendliche werden vermisst. Auf deren Suche wird ein Jugendlicher vom Militär erschossen... Spiralen der Gewalt führen zu keiner Lösung.
blechteller 20.06.2014
4. rechtsstaat
Zitat von sysopDPAIsrael sucht im Westjordanland nach drei vermissten Jugendlichen - und lässt sein Militär dabei hart vorgehen. Bei einem Zwischenfall mit Soldaten nahe Hebron wurde nun ein palästinensischer Junge tödlich verletzt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-soldaten-toeten-palaestinensischen-teenager-a-976309.html
von vielen wird hier immer wieder die rechtsstaatlichkeit israel propagiert. festnahmen und hauserstürmungen durch miltär ohne verdacht und staatsanwaltliche überprüfung dürften kaum rechtsstaatlich zu nennen sein. zudem herrschen in rechtsstaaten gleiche rechte für alle. wie die rechtslage allerdings in hebron ist, lesen sie hier: http://www.taz.de/!89785/
urdemokrat 20.06.2014
5. Schraube der Gewalt
und kein Ende der Eskalation abzusehen. Bei der Mentalität beider Seiten ist wohl auch mit keiner Änderung zu rechen. Schlimm für die Menschen dort, die durch religiös verbrämte Botschaften aufgewiegelt werden.
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