Krieg im Nahen Osten Israel soll syrischen Militärflughafen angegriffen haben

Ein Militärflughafen in Syrien ist bombardiert worden, die Raketen wurden offenbar von der israelischen Armee abgefeuert. Ziel war Berichten zufolge unter anderem ein Waffenlager der libanesischen Hisbollah-Miliz.

Israelische Panzer in den Golanhöhen nahe der Syrischen Grenze
DPA

Israelische Panzer in den Golanhöhen nahe der Syrischen Grenze


Israel soll im Zentrum Syriens einen Militärflughafen der Regierung angegriffen haben. Jets hätten mehrere Raketen abgefeuert und Munitionslager regierungstreuer Truppen ins Visier genommen, hieß es aus armeenahen Kreisen. Die Raketen wurden demnach auch vom benachbarten Libanon aus abgeschossen.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, wahrscheinlich sei die israelische Armee für die Bombardierung verantwortlich. Insgesamt habe es am Militärflughafen Al-Dabaa südwestlich der Stadt Homs sechs Explosionen gegeben. Demnach sind dort die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah sowie Kämpfer anderer regierungstreuer Milizen stationiert. Sie werden vom schiitischen Iran unterstützt, der im Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung ist.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana bestätigte, dass die Luftwaffenbasis das Ziel gewesen sei. Die syrische Luftwaffe habe die Raketen jedoch abgefangen, berichtete die Agentur unter Berufung auf Armeekreise. Es habe Explosionen in der Umgebung des Flughafens gegeben, das Ziel sei aber verfehlt worden. Angaben über Schäden oder mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Mehrfache Bombardierung durch Israel in den letzten Monaten

Die israelische Armee hat in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele im benachbarten Syrien bombardiert. Die meisten Angriffe galten nach Einschätzung von Beobachtern iranischen Kämpfern und der Hisbollah. Israel will verhindern, dass sich von Teheran unterstützte Truppen in Syrien weiter aufrüsten (mehr zu Israels und Irans Rolle in Syrien lesen Sie hier).

In der Nacht auf Donnerstag waren bei einem Luftangriff der US-geführten internationalen Koalition im Osten Syriens Aktivisten zufolge mindestens zwölf regierungstreue Kämpfer getötet worden. Dabei handele es sich um Angehörige ausländischer Milizen, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Aus regierungsnahen Quellen hieß es, Flugzeuge hätten zwei Stützpunkte angegriffen, die von iranischen Revolutionsgarden und einer irakischen Miliz genutzt würden.

Israel und USA verlangen Rückzug des Irans

Das Bündnis fliegt in Syrien unter US-Führung seit 2014 Angriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Der IS hat mittlerweile den größten Teil seines früheren Herrschaftsgebietes verloren. Im Osten Syriens ist er aber noch in einigen Gebieten aktiv.

Für Iran geht es darum, seinen Einfluss vom Libanon am Mittelmeer über Syrien bis in den Irak zu sichern. Unterstützt von Israel verlangen die USA nach ihrem Ausstieg aus dem Atomabkommen hingegen einen iranischen Rückzug aus dem Bürgerkriegsland sowie das Ende der Unterstützung für Milizen wie die Hisbollah. Syrien lehnt einen Rückzug der iranischen Truppen und der Hisbollah ab.

ans/dpa/AFP



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