Nahostkonflikt USA empört über Abbas' "Hundesohn"-Beleidigung

Die US-Regierung ist verärgert über eine Beleidigung des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas. Der hatte den US-Botschafter in Israel als Siedler und "Hundesohn" verunglimpft.

Mahmoud Abbas
AFP

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"Höchst unangemessen" und "beleidigend" nennt Washington eine Verbalattacke auf einen ihrer Top-Diplomaten im Ausland durch Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas.

Abbas hatte den US-Botschafter in Israel, David Friedman, in einer Rede vor Funktionären als "Hundesohn" bezeichnet. Er warf Friedman außerdem zu große Nähe zu jüdischen Siedlern im palästinensischen von Israel besetzten Westjordanland vor.

Einen US-Friedensplan für den Nahen Osten, der derzeit in Washington ausgearbeitet wird, lehnte Abbas rundweg ab, weil die in unfairer Weise voreingenommen für Israel seien. "Sie sagen zu uns: 'Wartet auf unseren Plan.' Das werden wir nicht. Viele sagen: 'Warum geht ihr nicht nach Washington?' Sie wollen, dass wir dort hingehen, um zu unterschreiben. Aber das akzeptieren wir nicht."

In der Rede griff Abbas auch die extremistische Palästinenserorganisation Hamas an, die den Gazastreifen südlich von Israel kontrolliert. Die militante Hamas habe vergangene Woche versucht, seinen Premier und seinen Sicherheitschef zu töten, so Abbas.

Hintergrund des Zorns dürfte auch die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA und die geplante Verlegung des US-Botschaft von Tel Aviv Jerusalem sein. Auch die Palästinenser beanspruchen die geteilte Stadt als Hauptstadt für ein zukünftiges Palästina für sich.

Friedman antwortete auf die Attacke Abbas, indem er sagte, es sei an den Zuhörern von Abbas zu entscheiden, ob es sich um "Antisemitismus oder um einen Beitrag zu politischen Austausch" handele. Aus dem Außenministerium in Washington hieß es, die Kommentare Abbas seien "empörend und nicht hilfreich". Man ermutige die Palästinenser vielmehr, am Frieden mitzuwirken und die Lebensbedingungen der Palästinenser zu verbessern.

cht/AP/Reuters



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