Nahostkonflikt Uno rügt Folgen von Israels Militäreinsätzen für Kinder

Die Leidtragenden sind die Kinder: Ein Uno-Bericht rügt mit ungewöhnlich deutlichen Worten die Militäreinsätze der Israelis in den palästinensischen Gebieten.

Palästinensisches Mädchen in einem zerstörten Haus: "Inakzeptable Größenordnung"
AFP

Palästinensisches Mädchen in einem zerstörten Haus: "Inakzeptable Größenordnung"


Uno-Mitarbeiter haben die israelischen Angriffe auf die Palästinensergebiete im vergangenen Jahr analysiert. Ihr Ergebnis: Die Folgen sind vor allem für Kinder verheerend. Und zwar in solch einem Ausmaß, dass die Vereinten Nationen jetzt scharfe Kritik übten. Es handle sich um eine "noch nie dagewesene und inakzeptable Größenordnung", erklärte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag bei der Übergabe des Berichts über das Schicksal von Minderjährigen in Kriegsgebieten an den Uno-Sicherheitsrat.

Allerdings setzte die Uno weder das israelische Militär noch die radikale Palästinensergruppe Hamas auf die dazugehörige schwarze Liste. Allgemein seien Kinder bei Konflikten in Nahost, in Syrien, im Irak und mehreren afrikanischen Ländern "zu einem Grad betroffen, der unsere gemeinsame Menschlichkeit verletzt", erklärte Ban.

Nach Angaben aus Uno-Kreisen hatte die Sondergesandte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui, in ihrem Entwurf des Berichts Israels Armee und die Hamas auf die schwarze Liste gesetzt. Dass Ban sie in diesem Punkt überstimmte, stuften Insider als höchst ungewöhnlich ein.

Frieden würde Israelis und Palästinensern Milliarden bringen

In den USA hat sich eine Untersuchung damit befasst, wie sich eine Friedensregelung in Nahost in Israel und Palästina ökonomisch auswirken würde. Der Studie zufolge würde eine Zwei-Staaten-Lösung der israelischen Wirtschaft binnen eines Jahrzehnts Gewinne von mehr als 120 Milliarden Dollar (knapp 108 Milliarden Euro) einbringen, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Papier der US-Denkfabrik Rand Corporation. Den Palästinensern würde eine Normalisierung im selben Zeitraum 50 Milliarden Dollar (knapp 45 Milliarden Euro) bringen.

Israel und die Palästinenser haben es trotz der Unterzeichnung von Friedensverträgen vor mehr als 20 Jahren bisher nicht geschafft, ihren blutigen Konflikt beizulegen. Vor einem Jahr war die bisher letzte Runde von Friedensverhandlungen geplatzt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte während des Wahlkampfs im März der Idee eines unabhängigen Palästinenserstaats eine Absage erteilt. Seit seinem Wahlsieg beteuert er jedoch immer wieder, er sei weiterhin an einer Zwei-Staaten-Lösung interessiert.

ler/Reuters/dpa



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Seite 1
93160 08.06.2015
1. Keine Ahnung was besser waere
Ich gehoere zu den Menschen die tatsaechlich nicht wissen was besser waere. Eine Zweistaatenloesung oder ein gemeinsamer weg in einen Staat.Meine Zweifel kamen, da ich vor 10 Jahren gedacht habe, einen Palaestinerstaat und ein Isralistaat waeren vielleicht die Loesung, bis...ich eine sendung auf arte sah mit einer Juedin. Mir ist der name entfallen, mir ist auch der Titel entfallen, ich weiss nur, es lief auf arte. Diese Juedin meinte, um Hass abzubauen, die Palaestinser zu entschaedigen, Abbitte zu leisten und gemeinsam zusammen zu leben, wird es diesen krieg geben. Sie plaedierte fuer einen gemeinsamen Staat, Rechte fuer alle und Respekt. Was erwachsene Menschen den Kindern in dieser Welt antun, die unschuldiger nicht sein koennen, es ist nicht mehr zu ertragen. Die sogenannte UNO kann man abschaffen, die tut nichts, aber auch garnichts. Im Gegenteil, die blaest sich als Schmuggelbande auch auf.Wer den Film Wistleblower kennt, weiss von was ich schreibe.
Johnnie 08.06.2015
2. Einstaat Lösung
ist auf jeden die einzige vernüfnftige Lösung. Endlich einen demokratischen Staat, wo alle die gleichen Rechte und Pflichten geniessen, schaffen. Alles andere ist nur Zeitverschwendung.
cum infamia 08.06.2015
3. Keine Zweistaatenlösung ?
Wenn es zu keiner Zweistaatenlösung kommt, wird der Bevölkerungszuwachs Israel die Entscheidung abnehmen. Die Geburtenrate bei den Palästinensern beträgt ein Mehrfaches der der Israeli. In ca. 50 Jahren sind diese eine 10%- Minderheit. Und dann ? Manche Fehler kann man eben nur einmal im Leben machen !
stolte ole 08.06.2015
4. ich probiere es nochmal
Krieg ist schädlich für Kinder, was für eine Erkenntnis. die UNO übertrifft sich mal wieder selber. achso nur als hinweis, krieg ist für jedes empfindende wesen schädlich.
93160 08.06.2015
5. eben nicht!
Zitat von stolte oleKrieg ist schädlich für Kinder, was für eine Erkenntnis. die UNO übertrifft sich mal wieder selber. achso nur als hinweis, krieg ist für jedes empfindende wesen schädlich.
Manche Menschen brauchen diese Gewalt.Auch Agression ist eine Empfindung.Man kann sie legal ausleben ohne hinter Gitter zu kommen. Es ist nun einmal der Mensch. Der Unterschied beim Soldat sein sehe ich nur darin. Ein Soldat der sein Land, seine Kinder schuetzt, ist ein anderer Soldat als der, der in die Welt zum toeten auszieht. Beides sind empfindsame Wesen.Nur in dieser Empfindsamkeit unterscheide ich die Menschen.Wir sind eben nicht alle gleich, nicht einmal vor einem Gesetz.
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