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Krieg in Gaza: Israel verkündet siebenstündige Feuerpause

Israelische Soldaten brechen Lager an der Grenze zum Gazastreifen ab: "Humanitäre" Waffenpause Zur Großansicht
AFP

Israelische Soldaten brechen Lager an der Grenze zum Gazastreifen ab: "Humanitäre" Waffenpause

Im Gaza-Krieg hat Israel eine siebenstündige Waffenruhe für diesen Montag angekündigt. Zuvor hatte der Generalsekretär der Vereinten Nationen den Beschuss einer Uno-Schule als Verbrechen bezeichnet, die USA nannten den Vorfall "schandhaft".

Gaza/Tel Aviv - Israel hat nach israelischen Medienberichten für diesen Montag eine siebenstündige humanitäre Waffenruhe angekündigt. Sie solle für den den gesamten Gaza-Streifen mit Ausnahme des Gebiets östlich von Rafah gelten, wie die Zeitung "Times of Israel" schreibt. Die Feuerpause soll um 10 Uhr beginnen und bis 17 Uhr dauern.

Schon am Sonntag hatte sich ein Ende der israelischen Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet abgezeichnet. Die meisten Soldaten seien bereits aus dem Gaza-Streifen abgezogen worden, berichteten israelische Medien. Sie hätten Stellungen in grenznahen Aufmarschgebieten in Israel bezogen.

Zunächst setzte die Armee jedoch ihre Angriffe gegen Ziele im Gaza-Streifen am Sonntag fort. Beim Beschuss einer Uno-Schule nahe Rafah seien mindestens zehn Menschen getötet worden, teilte ein Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums mit. Die israelische Armee bestätigte, auf ein Ziel nahe der Schule geschossen zu haben. Ziel seien drei radikale palästinensische Kämpfer gewesen, die auf einem Motorrad nahe der Schule unterwegs gewesen seien. Derzeit würden die Folgen des Angriffs untersucht.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte den neuerlichen Beschuss einer Einrichtung der Vereinten Nationen als "moralische Schandtat" und "kriminellen Akt". "Die israelische Armee ist mehrfach über den Standort der Schule informiert worden", sagte Ban am Sonntag in New York. "Dieser Angriff und andere Verstöße gegen das Völkerrecht müssen rasch aufgeklärt und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden." Ban forderte Israel und die radikalislamische Hamas auf, die Kämpfe umgehend zu beenden: "Dieser Wahnsinn muss aufhören."

Auch das US-Außenministerium verurteilte den Beschuss scharf. Die Vereinigten Staaten seien erschüttert über den "schandhaften" Vorfall, sagte Sprecherin Jen Psaki. Sie forderte Israel auf, mehr dafür zu tun, zivile Opfer zu vermeiden und den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Palästinenser stellen Bedingungen für Waffenstillstand

Die palästinensische Delegation, die sich für mögliche Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Gazastreifen in Kairo aufhält, hat den ägyptischen Vermittlern ihre Bedingungen vorgestellt. Zu dem Forderungskatalog gehörten neben einer Waffenruhe selbst der Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gaza-Streifen, das Ende der Besatzung des Gebiets, die Freilassung palästinensischer Gefangener sowie die Öffnung der Grenzübergänge, sagte Maher al-Taher von der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas.

Ein Hamas-Mitglied bestätigte die Einigung innerhalb der Delegation. "Das sind die Hauptpunkte, die aber mit den Ägyptern diskutiert werden müssen", sagte er.

Israel hatte nach dem schnellen Scheitern einer Feuerpause am Freitagmorgen angekündigt, die Regierung werde keine Unterhändler nach Kairo entsenden, da die Hamas sich an Abmachungen nicht halte.

Soldat Goldin beigesetzt

Am Sonntagabend wurde der israelische Soldat Hadar Goldin in Kfar Saba bei Tel Aviv im Beisein Tausender Menschen beigesetzt. Der 23-Jährige war am Freitag zunächst als entführt gemeldet worden. In der Nacht zum Sonntag erklärte ihn das Militär für tot. Unter den Trauergästen war auch der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon. Goldin war sein Großneffe, wie der Politiker gegenüber israelischen Medien bestätigte.

Die genauen Umstände seines Todes sind unklar. Nach israelischen Angaben wurde er beim Kampf im Gaza-Streifen von einem Hamas-Kommando getötet. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, bestritt, den Soldaten in seine Gewalt gebracht zu haben. Außerdem habe der Angriff auf die Einheit Goldins am Freitag vor Beginn der Waffenruhe stattgefunden. Das israelische Militär erklärte, er habe sich anderthalb Stunden nach deren Beginn ereignet.

fab/isa/AFP/dpa

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