Israel Palästinensische Teenager greifen Soldaten an - und werden erschossen

Mit Messern und Schusswaffen griffen palästinensische Jugendliche dreimal an diesem Wochenende israelische Soldaten an. Vier Teenager wurden von Sicherheitskräften erschossen.

Hebron: Ein Palästinenser schleudert Steine auf israelische Sicherheitskräfte
REUTERS

Hebron: Ein Palästinenser schleudert Steine auf israelische Sicherheitskräfte


Bei drei verschiedenen Angriffen auf israelische Soldaten sind am Wochenende im besetzten Westjordanland vier palästinensische Teenager erschossen worden. Dies berichteten die israelische Armee und palästinensische Sanitätsdienste.

Nach Angaben der Armee hatten Palästinenser westlich der Stadt Dschenin Steine auf Autos geworfen. Herbeigerufene Soldaten seien mit einem Gewehr beschossen worden und hätten dann zwei Angreifer mit Schüssen getötet. Kurz darauf wurde ein 17 Jahre alter Palästinenser an einer Straßensperre an der südlichen Stadtgrenze von Jerusalem erschossen. Er stammte aus der nahe gelegenen Ortschaft Beit Sahur, die an Bethlehem grenzt, und war nach israelischen Angaben mit einem gezückten Messer auf Sicherheitskräfte zugelaufen.

Bereits am Samstag wurde ein 17-jähriges Mädchen im südlichen Hebron nach einem versuchten Messerangriff auf einen Soldaten getötet. Anders als in den beiden Fällen vom Sonntag gab es dabei Verletzte. Ein israelischer Soldat und ein Palästinenser, der das Mädchen von der Tat abzuhalten versuchte, erlitten leichte Stichwunden.

Bei einer Gewaltwelle in Israel sind seit Anfang Oktober 26 Israelis getötet worden. Mehr als 170 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten von ihnen wurden bei ihren eigenen Anschlägen von Sicherheitskräften erschossen. Als Auslöser galt ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem, der Juden und Muslimen heilig ist. Inzwischen hat die Gewalt jedoch eine Eigendynamik entwickelt.

anr/dpa/AFP/AP



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