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Wüste Negev: Israel will zehntausende Beduinen umsiedeln

Laut einem Gesetzentwurf strebt die Regierung in Israel die Zwangsumsiedlung von 30.000 bis 40.000 Beduinen an. Sie sollen in anerkannte Siedlungen ziehen. Vor dem Büro des Ministerpräsidenten Netanjahu gab es bereits scharfe Proteste.

Jerusalem - Die israelische Regierung hat am Montag einen Gesetzentwurf zur Zwangsumsiedlung zehntausender Beduinen beschlossen. Der Entwurf, der nun im Parlament diskutiert und verabschiedet werden muss, sieht die Umsiedlung von 30.000 bis 40.000 Beduinen in der südlichen Negev-Wüste in anerkannte Siedlungen vor. Rund 12.000 weitere Nomaden sollen demnach das Recht erhalten, an ihren bisherigen Siedlungsorten zu bleiben. Bei Vertretern der arabischen Minderheit stießen die Pläne auf entschiedene Ablehnung.

Der Verein für Bürgerrechte in Israel (ACRI) rief die Regierung auf, die bestehenden Dörfer der Beduinen anzuerkennen, anstatt die Bewohner umzusiedeln. "Diese erzwungene Umsiedlung wird dutzende Dörfer und zehntausende Beduinen treffen, die ihren Besitz und ihr historisches Recht an ihrem Land verlieren werden, während die sozialen Strukturen ihrer Gemeinschaft zerstört werden, sodass tausende Familien zu Armut und Arbeitslosigkeit verurteilt werden", erklärte die israelische Nichtregierungsorganisation.

In Israel leben rund 160.000 Beduinen, die meisten davon in oder um die Negev-Wüste. Mehr als die Hälfte lebt in nicht anerkannten Dörfern ohne öffentliche Dienstleistungen. Rund 200 Demonstranten, die meisten von ihnen Beduinen, demonstrierten am Montag vor dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gegen die Pläne. Dabei hielten sie ein Transparent mit der Aufschrift: "Das Ziel ist, uns zu entwurzeln" in den Händen. Laut der ACRI fördert die Regierung den Bau jüdischer Siedlungen - teilweise auf den Ruinen der Beduinen-Dörfer.

mia/AFP

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Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

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