"Verbindungen zu Terrororganisationen" Israel wirft EU Finanzierung feindlicher NGOs vor

Die israelische Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen die Europäische Union: Die EU finanziere Organisationen, die einen Boykott Israels unterstützen.

Gilad Erdan
AP

Gilad Erdan


Israel wirft der EU die Finanzierung von israelfeindlichen Nichtregierungsorganisationen (NGO) vor. Damit verstoße die Europäische Union gegen ihre eigenen Richtlinien, teilte das Ministerium für Strategische Angelegenheiten mit.

Es gebe "die Sorge, dass europäische Steuergelder dafür verwendet werden, Verbindungen zu Terrororganisationen zu unterstützen", heißt es in einem Bericht des Ministeriums. So habe die EU im Jahr 2016 der Norwegischen Volkshilfe 1,76 Millionen Euro gezahlt. Diese sei wegen Verbindungen zur radikalislamischen Hamas und zur Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) von US-Behörden mit Strafgeldern belegt worden. Die Hamas und die PFLP werden von der EU als Terrororganisationen eingestuft.

Minister fordert Stopp der Finanzierung

Die EU habe zudem im Jahr 2016 Organisationen mit mehr als fünf Millionen Euro direkt finanziert, die sich für eine Delegitimierung Israels sowie für einen Boykott des Landes einsetzten. Die irische Organisation Trócaire habe beispielsweise 520.000 Euro erhalten. "Trócaire initiiert und unterstützt Petitionen, die die EU dazu auffordern, wirtschaftliche Sanktionen gegen Israel zu verhängen", heißt es in dem Bericht.

Trócaire wurde von der katholischen Kirche gegründet. Die Organisation schreibt auf ihrer Internetseite: "Wir rufen nicht zu einem Boykott Israels auf."

Der zuständige Minister Gilad Erdan sagte: "Ich erwarte, dass die EU ihre erklärte Politik des Widerstands gegen Israelboykotte aufrechterhält und daran festhält, keine Organisationen mit Verbindungen zum Terrorismus zu unterstützen."

cte/dpa



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