Jüdische Siedlung Wachmänner erschießen zwei Palästinenser nach Messerattacke

Zwei Palästinenser haben in einer jüdischen Siedlung nahe Jerusalem zwei Frauen angegriffen, eine schwebt in Lebensgefahr. Sicherheitskräfte erschossen die Angreifer.

Rettungskräfte kümmern sich um eine bei der Messerattacke verletzte Frau
DPA

Rettungskräfte kümmern sich um eine bei der Messerattacke verletzte Frau


Nach einer Messerattacke auf Frauen in der jüdischen Siedlung Beit Horon bei Jerusalem sind zwei Palästinenser erschossen worden. Wie die israelische Polizei und die israelischen Rettungsdienste mitteilten, erlitten zwei Frauen im Alter von 40 und 58 Jahren Stichwunden, die jüngere schwebte in Lebensgefahr. Wachmänner der Siedlung erschossen die Angreifer.

Der Angriff erfolgte in einem Lebensmittelladen. Nach Polizeiangaben wurden nach dem Angriff zwei Sprengsätze entschärft.

In den vergangenen Wochen hatte es in Israel zahlreiche ähnliche Messerangriffe gegeben. Seit Anfang Oktober wurden bei Angriffen, verübt mit Messern, Autos oder Schusswaffen, 25 Israelis und ein US-Bürger getötet. Im selben Zeitraum wurden 149 Palästinenser von israelischen Sicherheitskräften getötet - bei 104 von ihnen handelte es sich nach israelischen Angaben um Attentäter. Die restlichen 45 Palästinenser kamen demnach bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär - auch bei Protesten - ums Leben.

Wegen der Planung von Terrorangriffen gegen Israelis hat Israel palästinensische Zwillingsschwestern verhaftet - das wurde am Montag bekannt. Im Haus der beiden 18-Jährigen seien unter anderem Rohrbomben sowie Materialien zum Bombenbau gefunden worden, teilte die Armee mit. Die jungen Frauen stammten aus der Nähe von Tulkarem im nördlichen Westjordanland und seien bereits Ende Dezember festgenommen worden.

Eine der Schwestern habe während des Verhörs gestanden, Chemikalien im Internet gekauft zu haben. Außerdem habe sie Konstruktionsvideos für Bomben angeschaut, hieß es in der Mitteilung. Sie habe die Terrorangriffe ausführen wollen. Ihre Schwester sei dafür verantwortlich gewesen, die Waffen zu Hause zu verstecken.

anr/AFP/AP/dpa



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