Tel Aviv - Ein Demonstrant, der sich in der vergangenen Woche selbst anzündete, ist gestorben. In einem Abschiedsbrief hatte der 57 Jahre alte Mann die Regierung für soziale Ungerechtigkeit verantwortlich gemacht.
"Ich werde nicht obdachlos werden. Das ist der Grund, aus dem ich gegen die Ungerechtigkeit protestiere, die mir und Menschen wie mir vom Staat angetan wird", hatte er in dem Brief geschrieben.
Der Mann aus der nordisraelischen Stadt Haifa hatte einen Schlaganfall erlitten und war seitdem arbeitsunfähig gewesen. Obwohl seine 100-prozentige Behinderung staatlich anerkannt worden sei, habe er umgerechnet nur rund 470 Euro pro Monat erhalten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Tat des Demonstranten als "große menschliche Tragödie".
Ein Jahr nach Beginn der Sozialproteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Israel waren am vergangenen Wochenende in mehreren Städten des Landes Tausende auf die Straße gegangen. Dabei hatte sich der Mann nach Angaben der Polizei mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet.
kha/dpa/Reuters
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