Nahost-Konflikt Vier von fünf Israelis glauben nicht an Frieden mit Palästina

Die israelische Bevölkerung erwartet ein Scheitern der Friedensgespräche: 80 Prozent der Israelis gehen laut Umfragen nicht davon aus, dass die aktuellen Verhandlungen erfolgreich sein werden - viele sind auch dagegen, palästinensische Häftlinge freizulassen.

Ein Palästinenser gerät mit einem israelischen Soldaten aneinander (Archiv): Der eine redet, der andere hört zu
AP/dpa

Ein Palästinenser gerät mit einem israelischen Soldaten aneinander (Archiv): Der eine redet, der andere hört zu


Jerusalem - Die meisten Israelis sind laut Umfragen pessimistisch hinsichtlich einer Konfliktlösung mit den Palästinensern. Die regierungsnahe Zeitung "Israel Hajom" veröffentlichte am Freitag eine Meinungsumfrage, derzufolge knapp 80 Prozent der Befragten nicht glaubten, dass die jüngsten Friedensgespräche mit den Palästinensern Erfolg haben werden. Sie gehen nicht davon aus, dass die Verhandlungen in eine umfassende Friedensregelung münden werden.

77,5 Prozent der Teilnehmer waren gegen die Freilassung palästinensischer Häftlinge als Geste an die Autonomiebehörde. Knapp 63 Prozent hätten einen Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten bevorzugt.

Einer anderen Umfrage zufolge, die in der Zeitung "Maariv" veröffentlicht wurde, sind 53 Prozent der Israelis allerdings gegen eine Räumung der von Israel besetzten Palästinensergebiete. Dies gilt auch für den Fall, dass die Palästinenser auf ein Rückkehrrecht ihrer Flüchtlinge verzichten und Israel als jüdischen Staat anerkennen.

Die Umfragen erschienen zwei Tage nach Beginn der ersten direkten Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern in der Region seit drei Jahren. Beiden liegt eine repräsentative Stichprobe von etwa 500 jüdischen Erwachsenen zugrunde.

mon/dpa

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ewspapst 16.08.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaDie israelische Bevölkerung erwartet ein Scheitern der Friedensgespräche: 80 Prozent der Israelis gehen laut Umfragen nicht davon aus, dass die aktuellen Verhandlungen erfolgreich sein werden - viele sind auch dagegen, palästinensische Häftlinge freizulassen. Israelis beurteilen Friedenslösung mit Palästina pessimistisch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/israelis-beurteilen-friedensloesung-mit-palaestina-pessimistisch-a-916949.html)
Darüber muss man sich nicht wundern. Welcher einigermassen denkende Normalbürger würde es als Palästinenser zulassen, dass ihm ständig von den Israelis im Westjordanland Grund und Boden gestohlen wird, für den Bau von jüdischen Siedlungen. Wenn ihm ausserdem ständig gesagt wird, du hast ja gar kein Anrecht auf Grund und Boden, denn das Land hat uns Gott gegeben, das steht ja schon in der Bibel, der völkerrechtlich bindende Rechtsvorgabe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so viel Dumme in der palästinensichen Bevölkerung gibt. Vermutlich nur im Westen, sonst würden hier endlich Menschenrechte für die armen drangsalierten Palästinenser eingefordert und durchgedrückt werden für einen Staat, wie ihn auch die Israelis haben.
UnitedEurope 16.08.2013
2. Titellos
Ich glaube auch nicht daran. Wieso? Fanatiker auf beiden Seiten, illegaler Siedlungsbau (= Annexion der Westbank), vom Iran finanzierte Hamas/Hisbollah etc.
Levator 16.08.2013
3. Die wohlfeile Empörung
ist kein Ersatz für politische Strategie. Und daran hapert es auf beiden Seiten. Derzeit traut sich der Westen mit Rücksicht auf die vielen Brennpunkte in Nahost nicht, eine machtpolitische Option zu formulieren. Speziell der Staat Israel gehört verbal ordentlich an die Kandarre genommen. Leider ist der Westen zu einseitig aufgestellt - fatal und höchst unvernünftig. Das Wort "heuchlerisch" hat meine Tastatur quasi in Eigenregie verfasst...
20099 16.08.2013
4.
Zitat von ewspapstDarüber muss man sich nicht wundern. Welcher einigermassen denkende Normalbürger würde es als Palästinenser zulassen, dass ihm ständig von den Israelis im Westjordanland Grund und Boden gestohlen wird, für den Bau von jüdischen Siedlungen. Wenn ihm ausserdem ständig gesagt wird, du hast ja gar kein Anrecht auf Grund und Boden, denn das Land hat uns Gott gegeben, das steht ja schon in der Bibel, der völkerrechtlich bindende Rechtsvorgabe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so viel Dumme in der palästinensichen Bevölkerung gibt. Vermutlich nur im Westen, sonst würden hier endlich Menschenrechte für die armen drangsalierten Palästinenser eingefordert und durchgedrückt werden für einen Staat, wie ihn auch die Israelis haben.
Das ist jetzt Satire, oder? Israel errichtet Siedlungen auf Gebieten die es im 1967-er Krieg von Jordanien erobert hat! Palestina gibt es völkerrechtlich gar nicht! Jerusalem ist seit 1950 Hauptstadt Israels! Wie naiv muss man eigentlich sein um zu glauben das die Hamas oder Fatah Jerusalem 2013 zur Hauptstadt eines noch zu gründenden Staates Gaza-stripe/Westbankistan machen könnten und die Atommacht Israel einfach zuschauen wird? Und solange Ihre "armen, drangsalierten Palästinenser" Raketen auf Israel abfeuern, Selbstmordattentäter in Linienbusse senden und ansonsten an Inkompetenz, Korruptheit und Islamismus nicht zu übertreffen sind bin ich ganz froh das über der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg die Davidstern-Fahne weht!
Bernd.Brincken 16.08.2013
5. Glauben etc.
Zitat von sysopAP/dpaDie israelische Bevölkerung erwartet ein Scheitern der Friedensgespräche: 80 Prozent der Israelis gehen laut Umfragen nicht davon aus, dass die aktuellen Verhandlungen erfolgreich sein werden - viele sind auch dagegen, palästinensische Häftlinge freizulassen. Israelis beurteilen Friedenslösung mit Palästina pessimistisch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/israelis-beurteilen-friedensloesung-mit-palaestina-pessimistisch-a-916949.html)
"Nicht an Frieden glauben" kann man hier übersetzen mit "haben sich in dem Konflikt eingerichtet". Und das gilt für viele auch wirtschaftlich, Militär und Sicherheits-Industrie sind zum wichtigen Arbeitgeber und Export-Gut Israels geworden. Daher liegt die Fortsetzung des Konflikts im Interesse von mehr Israelis als seine Beilegung. Und das Palästina-Problem wird in der muslimischen Welt dann auch weiter Unruhe und Misstrauen gegenüber Europa und den USA fördern, in Einzelfällen ggf. auch Terrorakte begründen. Auch das ist aber von der US-Sicherheits-Szene vielleicht durchaus erwünscht - sie lebt ganz wesentlich von dieser Bedrohung. Durch simple Diplomatie wird Israel einem Kompromiss nicht zustimmen. D.h. entweder werden dafür wirksame Hebel in Stellung gebracht, vor allem wirtschaftliche - oder es bleibt alles beim alten.
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