Israels Präsident Kazaw "Europa ermutigt Terror"

Israels Staatspräsident Mosche Kazaw wirft den Europäern vor, mit ihrer Kritik am Vorgehen der israelischen Armee in den palästinensischen Autonomiegebieten den Terror der Palästinenser geradezu zu ermutigen: "Europa macht einen Fehler".


Staatspräsident Mosche Kazaw: "Uno-Truppen können keinen Terror stoppen"
AP

Staatspräsident Mosche Kazaw: "Uno-Truppen können keinen Terror stoppen"

"Europa vergisst, dass wir gegen Terror kämpfen. Dem sollten sich die Europäer anschließen. Doch ihre Position ermutigt Terror. Sie haben das falsche Ziel im Visier," sagte Kazaw dem SPIEGEL. Statt Israel zu bedrängen, so der Staatschef, sollte Europa "lieber Arafat klarmachen: Wenn du den Terror nicht stoppst, unterstützen wir dich nicht mehr, dann bist du allein".

Für Arafat bedeute das Leben seiner Leute nichts, "er ist bereit, sein ganzes Volk zu opfern, um seine politischen Ziele zu erreichen". Zur internationalen Kritik am harten Vorgehen der israelischen Armee in den besetzten Gebieten meint Kazaw, "unglücklicherweise" gebe es "Unfälle", und dafür entschuldige er sich. "Aber wir zielen nicht auf Zivilisten. 80 Prozent derjenigen, die wir töteten, waren Terroristen."

Vorhaltungen aus Deutschland kommentierte Israels Präsident: "Keiner hat das Recht zu sagen, wir dürften uns nicht verteidigen." Von einer internationalen Nahost- Schutztruppe mit deutscher Beteiligung hält Kazaw wenig: "Unsere Erfahrung mit Uno-Truppen ist nicht gut. Uno-Truppen können keinen Terror stoppen."



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