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Friedensgespräche mit König Abdullah II.: Netanjahu reist überraschend nach Jordanien

Jordaniens König Abdullah II. (l.), Premier Netanjahu (r.): "Entscheidende Phase" Zur Großansicht
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Jordaniens König Abdullah II. (l.), Premier Netanjahu (r.): "Entscheidende Phase"

Neue Verhandlungen in Nahost: Israels Regierungschef ist unangekündigt nach Jordanien geflogen, um mit König Abdullah II. über den Friedensprozess zu sprechen. Ein Verdienst des US-Außenministers Kerry, der sich seit Wochen intensiv um eine dauerhafte Lösung bemüht.

Jerusalem/Amman - Der Besuch in Jordanien war unangekündigt: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat am Donnerstag mit dem jordanischen König Abdullah II. über den Nahost-Friedensprozess beraten. Bei der zuvor geheim gehaltenen Visite Netanjahus im Nachbarland sei es um den aktuellen Stand der Verhandlungen gegangen, teilten im Anschluss beide Seiten übereinstimmend mit.

Der König und Netanjahu diskutierten nach Informationen aus jordanischen Regierungskreisen darüber, wie in dem angestrebten abschließenden Friedensvertrag die Sicherheitszusammenarbeit zwischen Jordanien, Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde intensiviert werden kann. Umstritten ist vor allem die Sicherung der Grenze am Jordanfluss.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hielt sich ebenfalls in Amman auf. Jordanien tritt offiziell als Anwalt der Palästinenser auf. Seit Wochen bemüht sich US-Außenminister John Kerry nachdrücklich, Israelis und Palästinenser zur baldigen Zustimmung zu einem Rahmenabkommen zu bewegen.

Er will so den Weg zu einer dauerhaften Lösung im Nahost-Konflikt zu bereiten. Seit seinem Amtsantritt im Februar 2013 reiste Kerry bereits zehnmal in die Region. Der Außenminister hat sich eine Frist bis April gesetzt, um wirkliche Fortschritte zu erzielen.

Streitpunkt Jordantal

Bei den von Kerry vermittelten Friedensverhandlungen war es in den vergangenen Wochen insbesondere um die künftige militärische Kontrolle im Jordantal gegangen. Es bildet die Grenze zwischen Jordanien und dem Westjordanland. Israel und Jordanien hatten vor 20 Jahren einen Friedensvertrag geschlossen.

In einer Mitteilung des jordanischen Königshauses hieß es nach dem Gespräch von Netanjahu und König Abdullah II., bei dem Treffen sei es darum gegangen, "in dieser entscheidenden Phase den Erwartungen der Palästinenser gerecht zu werden und zugleich die jordanischen Interessen zu schützen".

Das Amt des israelischen Regierungschefs erklärte am Nachmittag, Netanjahu habe "das Sicherheitsbedürfnis Israels in den Mittelpunkt gestellt, das auch die Interessen Jordaniens einschließe". Außerdem sei über eine große Anzahl wirtschaftlicher Kooperationsprojekte beider Länder gesprochen worden. Sein Büro hob die wichtige Rolle des Königs bei den Bemühungen um eine von US-Außenminister John Kerry vermittelte Friedensregelung zwischen Israelis und Palästinensern hervor.

Zuletzt war im Februar des vergangenen Jahres ein Besuch Netanjahus in Jordanien bekannt geworden.

heb/dpa/AFP

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