Istanbuler Attentat Deutsche Anschlagsopfer waren auf Drei-Länder-Reise

Acht Deutsche starben bei dem Anschlag in Istanbul. Sie waren offenbar auf einer Tour, die noch in zwei weitere Länder führen sollte. Der Veranstalter hat nun Seelsorger entsandt, die sich um die überlebenden Mitglieder der Reisegruppe kümmern sollen.

Polizei am Tatort im Stadtteil Sultanahmed: Schlag ins Herz der Stadt
DPA

Polizei am Tatort im Stadtteil Sultanahmed: Schlag ins Herz der Stadt


Die Opfer des Anschlags in Istanbul waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Bei dem Attentat starben acht Deutsche, darunter drei Menschen aus Rheinland-Pfalz. Nach Angaben der Polizei kam ein Ehepaar aus Mainz ums Leben, auch ein 73 Jahre alter Mann aus Bad Kreuznach wurde getötet. Dessen Frau liegt schwer verletzt in einem Istanbuler Krankenhaus. Auch ein 67-jähriger Mann aus Nordhessen ist unter den Toten, wie die hessische Staatskanzlei mitteilte. Seine Ehefrau wurde verletzt. Weitere Opfer: Ein 70-Jähriger aus Leipzig und zwei 51 und 75 Jahre alte Männer aus Dresden.

Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, wie der Sprecher des Reiseunternehmens Ingo Leßmann sagte.

Ein Teil der Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Auf dieser Tour lag auch der Anschlagsort in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Andere Urlauber hätten ein individuelles Programm absolviert. Wie viele Reisende an der Gruppenveranstaltung teilgenommen hätten, sei noch nicht klar, sagte Leßmann.

"Die Reisegruppe sollte von Istanbul über Dubai nach Abu Dhabi reisen", sagte Leßmann. In der türkischen Metropole seien die Urlauber am Montag angekommen. Die Weiterreise nach Dubai sei für den Mittwoch geplant gewesen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auf Gruppenreisen für Menschen "in den besten Jahren" spezialisiert.

"Die schrecklichen Ereignisse des heutigen Tages machen uns tief betroffen", sagte der Geschäftsführer der Lebenslust Touristik GmbH Berlin, Marco Scherer. Zwei Vertreter der Geschäftsführung seien auf dem Weg nach Istanbul zu der Reisegruppe, hieß es. Auch Seelsorger sollten eingesetzt werden. Es gebe zwar einen Kontakt zum Reiseleiter vor Ort, aber die Gruppe sei wegen der türkischen Nachrichtensperre abgeschirmt.

pad/dpa



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