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Anschlag in Istanbul: Acht Deutsche unter den Toten

Terror in Istanbul: Anschlag mitten im Touristenviertel Fotos
Demotix/ Matthew Aslett

Bei dem Selbstmordanschlag in Istanbul sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Bundesaußenminister Steinmeier sind darunter acht Deutsche. Der türkische Ministerpräsident Davutoglu macht den IS verantwortlich.

Bei dem Selbstmordattentat auf eine Touristengruppe in Istanbul sind mindestens acht Deutsche ums Leben gekommen. Neun weitere wurden verletzt. Diese Zahlen nannte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin.

"Wir werden uns von Mord und Gewalt nicht einschüchtern lassen", sagte Steinmeier. "Wir brauchen rasch Aufklärung über die Täter."

Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor darüber informiert, dass die Mehrheit der insgesamt zehn Toten aus Deutschland stamme.

Reiseveranstalter richtet Hotline ein

Ein Teil der getöteten Deutschen war mit einem Berliner Reiseveranstalter unterwegs. Nach aktuellem Kenntnisstand seien unter den toten Deutschen "mehrere Personen einer Reisegruppe der Lebenslust Touristik GmbH Berlin", teilte das Unternehmen mit. Zudem müsse von einer "größeren Anzahl verletzter Reisender ausgegangen werden". Insgesamt war demnach eine 33-köpfige Gruppe zum Zeitpunkt des Anschlags in Istanbul.

Zwei Mitglieder der Geschäftsführung sowie ein dreiköpfiges Hilfeteam seien auf dem Weg nach Istanbul. Für Angehörige der betroffenen Reisenden richtete das Unternehmen eine Hotline unter der Telefonnummer 030-880013039 ein.

In einer Pressekonferenz sagte Davutoglu, er habe Merkel kondoliert. Der türkische Premier machte die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) für den Anschlag verantwortlich.

Das Außenministerium in Lima bestätigte, dass ein Peruaner bei dem Anschlag getötet wurde.

Bei dem Attentat im Touristenviertel Sultanahmet wurden am Dienstagvormittag 10 Menschen getötet und 15 weitere verletzt, 2 von ihnen schwer. Alle Opfer seien Ausländer, sagte Davutoglu.

Attentäter zündete Bombe neben deutschen Urlaubern

Die Detonation ereignete sich um 10.18 Uhr Ortszeit in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei. Die Explosion war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören.

Der Selbstmordattentäter sprengte sich in der Nähe einer deutschen Urlaubergruppe in die Luft. "Der Attentäter ist direkt an mir vorbei", zitiert der Sender Habertürk die Aussage eines deutschen Touristen, "dann hat er sich in die Luft gesprengt."

Nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan soll der Täter aus Syrien stammen. Istanbuler Medien meldeten hingegen, der Attentäter sei in Saudi-Arabien geboren worden. Der stellvertretende Regierungschef Numan Kurtulmus sagte, der 1988 geborene Mann sei durch gefundene Leichenteile identifiziert worden. Er sei kürzlich von Syrien in die Türkei gereist.

Urlauber können umbuchen

Touristen der TUI-Gruppe aus Deutschland sind nicht vom Anschlag betroffen, sagte ein Konzernsprecher. Gäste, die bis zum 18. Januar eine Reise nach Istanbul gebucht hätten, könnten gebührenfrei auf andere Ziele umbuchen.

Das Auswärtige Amt in Berlin rief alle Reisenden in Istanbul auf, Menschenansammlungen vorläufig zu meiden.

Von der Türkei aus fliegt eine von den USA angeführte Koalition Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak. Auch die Bundeswehr unterstützt mit "Tornado"-Aufklärungsflugzeugen von Incirlik aus diesen Einsatz.

Im vergangenen Jahr hatte der IS mehrere Selbstmordanschläge in der Türkei verübt. Im Juli riss ein Attentäter im Grenzort Suruc 30 Menschen in den Tod, im Oktober wurden bei einem Anschlag auf eine Friedensdemonstration in Ankara mehr als hundert Menschen getötet.

Videoanalyse aus Istanbul: "Angriff auf das Herz der Türkei"

SPIEGEL ONLINE

syd/dpa/AFP

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