Attentat in Istanbul Drei Syrer wegen Anschlag auf Deutsche verurteilt

Mehr als zwei Jahre nach einem Selbstmordanschlag auf Deutsche in Istanbul hat ein türkisches Gericht drei Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt. Mehrere weitere Beschuldigte wurden freigesprochen.

Tatort in Istanbul 2016
DPA/ EPA

Tatort in Istanbul 2016


Wegen des Anschlags auf eine Gruppe deutscher Touristen vor der Blauen Moschee in Istanbul im Januar 2016 sind drei Hintermänner zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die syrischen Angeklagten müssen wegen Versuchs zur gewaltsamen Änderung der Verfassung lebenslang in Haft, wie das Gericht in Istanbul urteilte.

Bei dem Selbstmordanschlag am 12. Januar 2016 in der Istanbuler Altstadt hatte ein Attentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tot gerissen. 16 Menschen wurden verletzt. Insgesamt waren 26 Verdächtige angeklagt, die meisten davon Syrer. Vier der Mitangeklagten sind flüchtig. Die Vorwürfe reichten von illegalem Sprengstoffbesitz über Mitgliedschaft in einer Terrororganisation bis hin zu Beihilfe zum Mord.

Für die Hauptverdächtigen hatte die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge jeweils 13 mal lebenslange Haft gefordert. Ihnen wurde neben der Tötung von zwölf Deutschen vorgeworfen, sie hätten die verfassungsmäßige Ordnung umstürzen wollen. Das Urteil war wegen logistischer Probleme zuvor verschoben worden.

Die türkische Regierung hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für den Anschlag verantwortlich gemacht. Der Prozess hatte im Juli 2016 begonnen. Die Behörden identifizierten den 1988 in Saudi-Arabien geborenen Syrer Nabil Fadli als den Attentäter. Als Drahtzieher gilt ein flüchtiges IS-Mitglied mit dem Namen Omar Ebu Abid, der laut Anklageschrift Auslandschef der IS-Miliz war. Der IS hatte die Tat nicht für sich reklamiert.

vks/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.