Anschlag in Istanbul Zehn Opfer sind Deutsche

Die Zahl der toten Deutschen nach dem Anschlag in Istanbul ist auf zehn gestiegen. Die Sicherheitskräfte haben einen Verdächtigen gefasst. Laut Innenminister De Maizière sei der Anschlag nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet gewesen.


Bei dem Selbstmordanschlag in Istanbul sind nach neuesten Angaben des Auswärtigen Amts zehn Deutsche ums Leben gekommen. Sieben deutsche Verletzte würde noch immer in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf der Intensivstation.

Zudem wurde nach Angaben des türkischen Innenministers Efkan Ala jeweils ein Mensch aus Norwegen und Peru getötet. Diese sagte Ala nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Thomas de Maizière.

Der Bundesinnenminister sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war. Er bat alle deutschen Touristen in der Türkei, ihren Urlaub fortzusetzen. "Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen", sagte de Maiziere. Allerdings müssten die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachtet werden.

De Maizière betonte, dass die Bundesregierung im Kampf gegen den Terror an der Seite Ankaras stehe. In der kommenden Woche kommt die Spitze der türkischen Führung zu Regierungskonsultationen nach Berlin.

Der türkische Ressortchef sagte, dass die Polizei am Dienstagabend einen Verdächtigen in Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen habe. Auch in Antalya und Izmir gab es Festnahmen von mutmaßlichen Mitgliedern der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Unter den Verdächtigen sind den Angaben zufolge drei Russen.

Am Dienstagmorgen hatte sich ein Selbstmordattentäter inmitten deutscher Touristen vor der Blauen Moschee in Istanbul in die Luft gesprengt. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich. Der Täter soll ein 28-jähriger Syrer sein, der 1988 in Saudi-Arabien geboren wurde und vor wenigen Tagen von Syrien aus in die Türkei eingereist war. Einem türkischen Medienbericht zufolge soll der Mann dort auch als Flüchtling registriert worden sein. Laut Innenminister Ala stand der Mann nicht auf einer Liste mutmaßlicher IS-Mitglieder.

syd/dpa/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.