Vergeltung für Anschlag von Istanbul Türkei prahlt mit Tötung von 200 IS-Kämpfern

Die türkische Armee will seit dem Anschlag von Istanbul knapp 200 IS-Kämpfer im Irak und in Syrien getötet haben. Für die deutschen Sicherheitsbehörden steht noch nicht eindeutig fest, dass die Dschihadisten für das Attentat verantwortlich sind.

Premier Davutoglu: 500 Artillerieschläge in 48 Stunden
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Premier Davutoglu: 500 Artillerieschläge in 48 Stunden


Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu meldet große militärische Erfolge im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Als Reaktion auf den Selbstmordanschlag gegen eine deutsche Urlaubergruppe in Istanbul habe die Armee in den vergangenen 48 Stunden fast 500 IS-Ziele im Irak und in Syrien mit Artillerie beschossen, sagte der Premier. Dabei seien etwa 200 Kämpfer des IS getötet worden.

Unabhängige Bestätigungen für diese Zahlen gibt es nicht. Da das Attentat von Istanbul aber erst zwei Tage zurückliegt, erscheinen Davutoglus Angaben zweifelhaft.

Die türkische Regierung macht den IS für den Anschlag verantwortlich. Der Selbstmordattentäter war syrischer Staatsbürger und hatte sich am 5. Januar in Istanbul als Flüchtling registriert. Die Terrororganisation selbst hat sich bislang nicht bekannt - das hat sie in der Vergangenheit bei Anschlägen in der Türkei aber auch nicht getan.

Für die deutschen Sicherheitsbehörden steht eine Verantwortung der IS-Miliz bislang noch nicht eindeutig fest.

Der Attentäter hatte am Dienstagvormittag auf dem Sultanahmet-Platz zehn deutsche Urlauber mit in den Tod gerissen. Im Zusammenhang mit dem Anschlag hat die türkische Polizei inzwischen sieben Verdächtige festgenommen.

Französischer Luftangriff bei Mossul

Französische Kampfjets haben seit Montag sieben Luftangriffe auf den IS geflogen. Unter anderem bombardierte die Luftwaffe ein Ziel in der Nähe von Mossul. Nach Angaben von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian handelte es sich um ein "Propagandazentrum" der Dschihadisten.

Weiter südlich hat die Miliz einen Großangriff auf Anhänger der irakischen Regierung bei Tikrit gestartet. Das melden Sicherheitskreise in Bagdad. IS-Kämpfer hätten unter anderem einen Teil der Hauptverbindungsstraße zwischen den Städten Tikrit und Kirkuk unter Kontrolle gebracht.

syd/brk/AFP/dpa



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