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Türkei: Anschlag in Touristenviertel Istanbuls - zehn Tote

REUTERS

Bei einer Explosion im Istanbuler Touristenviertel Sultanahmet sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die türkische Regierung geht von einem Terrorakt aus, unter den Verletzten sind mehrere Deutsche.


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Bei einer schweren Explosion in der türkischen Metropole Istanbul sind im Altstadtviertel Sultanahmet nach Angaben des Istanbuler Gouverneurs mindestens 10 Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden.

Die Detonation ereignete sich um 10.20 Uhr Ortszeit in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte "einen Selbstmordattentäter syrischer Herkunft" für den Anschlag verantwortlich. Belege für diese Anschuldigungen lieferte er nicht.

Istanbuls Gouverneur sagte, man prüfe, welcher Sprengstoff bei dem mutmaßlichen Anschlag eingesetzt wurde. Das türkische Sicherheitskabinett trat in Istanbul zu einer Sondersitzung zusammen.

Ein Augenzeuge sagte CNN Türk, es habe sich um einen Selbstmordattentäter gehandelt. Auch der Fernsehsender TRT meldete, bei der Explosion habe es sich wahrscheinlich um ein Selbstmordattentat gehandelt. Aus türkischen Sicherheitskreisen heißt es, erste Erkenntnisse deuteten auf einen Anschlag der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hin.

Der Täter soll sich in der Nähe einer deutschen Touristengruppe in die Luft gesprengt haben.

Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass deutsche Staatsangehörige bei der Explosion zu Schaden gekommen sind. Das Generalkonsulat in Istanbul bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung und stehe in engem Kontakt mit den türkischen Behörden.

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Istanbul: Explosion in Sultanahmet
Laut CNN Türk wurden sechs Deutsche, ein Norweger und ein Peruaner in Krankenhäuser eingeliefert. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu spricht von drei Leichtverletzten aus Deutschland. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Deutsche sind die größte Urlaubergruppe in der Türkei.

Inzwischen gilt eine Nachrichtensperre. CNN Türk verlas eine entsprechende Erklärung und unterbrach die Live-Berichterstattung vom Tatort.

Das Auswärtige Amt in Berlin rief alle Reisenden in Istanbul auf, Menschenansammlungen vorläufig zu meiden.

Eine Reporterin von CNN Türk berichtete von schockierten Touristen, die nach der Explosion auf dem Pflaster gesessen hätten. Augenzeugen hätten gesagt, sie hätten einen Feuerball aufsteigen gesehen.

Polizisten riegeln den Platz, an dem es zu der Explosion kam, ab Zur Großansicht
AP

Polizisten riegeln den Platz, an dem es zu der Explosion kam, ab

Die Explosion war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören.

Zeitgleich zur Detonation in Sultanahmet brach in einem Hotel im Viertel Maltepe im asiatischen Teil Istanbuls ein Großbrand aus. Ob ein Zusammenhang zum mutmaßlichen Attentat besteht, ist unklar. Alle Bewohner des Hotels wurden laut dem Bürgermeister des Stadtteils gerettet.

Im vergangenen Jahr hatte der IS mehrere Selbstmordanschläge in der Türkei verübt. Im Juli riss ein Attentäter im Grenzort Suruc 30 Menschen in den Tod, im Oktober wurden bei einem Anschlag auf eine Friedensdemonstration in Ankara mehr als hundert Menschen getötet.

syd/anr/ayy/AFP/dpa

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