Jahresbilanz 2018 kamen deutlich weniger Flüchtlinge nach Italien

Ein Rückgang um 80 Prozent: In diesem Jahr sind weit weniger Flüchtlinge an der Küste Italiens angekommen als noch 2017. Dafür verzeichnet Spanien einen deutlichen Anstieg.

Italienische Küstenwache, Flüchtlinge
DPA

Italienische Küstenwache, Flüchtlinge


Spanien hat in diesem Jahr Italien als Hauptziel von Migranten abgelöst. Das geht auch aus den Daten der International Organization for Migration (IOM) der Vereinten Nationen hervor. Demnach kamen zwischen Januar und dem 2. Dezember 2018 23.011 Menschen auf dem Seeweg nach Italien. Im Vorjahr hatte die Zahl bei 119.369 gelegen - die Zahl der Ankommenden nahm demnach um knapp 80 Prozent ab.

Deutlich mehr Flüchtlinge kommen nun über die westliche Mittelmeerroute illegal nach Europa. Spanien verzeichnete 2017 noch 28.707 ankommende Flüchtlinge, in diesem Jahr waren es insgesamt 59.652. Grund für die Verlagerung der Flüchtlingsroute ist vor allem der harte Kurs der populistischen Regierung in Rom gegen Einwanderer. Tausende weitere Afrikaner versuchen immer wieder, über die in Nordafrika gelegenen spanischen Gebiete Melilla und Ceuta in die EU einzureisen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die italienische Abgeordnetenkammer das umstrittene Einwanderungsdekret von Innenminister Matteo Salvini mit großer Mehrheit angenommen. Durch das Gesetz wird die Vergabe von humanitären Aufenthaltsgenehmigungen massiv eingeschränkt und die Ausweisung von Migranten erleichtert. Auch die Verteilung und Unterbringung von Asylbewerbern wird neu geregelt: Die meisten sollen künftig in großen Auffangzentren untergebracht werden.

Insgesamt kamen 2018 laut IOM knapp 133.000 Menschen in Europa an, ein Großteil von ihnen über den Seeweg. Dabei kamen mehr als 2160 Menschen ums Leben. 2016 kamen noch rund 390.000 Flüchtlinge nach Europa.

vks

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