Italiens Ex-Premier: Berlusconi rechtfertigt Bestechung
Ein paar Millionen Euro Schmiergeld, um lukrative Rüstungsgeschäfte auf den Weg zu bringen? Nichts Anrüchiges, findet der wahlkämpfende italienische Ex-Premier Berlusconi - und nimmt damit den Chef des Rüstungskonzerns Finmeccanica in Schutz, gegen den wegen Bestechung ermittelt wird.
Rom - "Bestechung ist ein Phänomen, das existiert, man kann Notwendigkeiten nicht ablehnen, wenn man mit Ländern der Dritten Welt oder manchen Regimen verhandelt." Dieser Satz stammt nicht von einem Kabarettisten, sondern von Silvio Berlusconi, dem italienischen Ex-Premier, der sich jetzt wieder zur Wahl stellt.
Berlusconi sagte diesen Satz einem Agenturbericht zufolge dem italienischen Rundfunksender RAI. Der 76-Jährige nahm damit Giuseppe Orsi, den Präsidenten und Geschäftsführer des italienischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Finmeccanica, in Schutz, dem von den italienischen Behörden Bestechung vorgeworfen wird. Orsis Unternehmen soll für den Verkauf von zwölf Hubschraubern an die indische Regierung im Jahr 2010 Schmiergeld in Höhe von 50 Millionen Euro gezahlt haben. Berlusconi sprach von "Provisionen", "das ist kein Verbrechen".
Indien sei ein Land "außerhalb der westlichen Hemisphäre, es ist eine absurde Form des Moralisierens", sagte Berlusconi über die Vorwürfe der Behörden gegen Orsi.
Auch gegen Berlusconi selbst wurde in der Vergangenheit immer wieder ermittelt. Zu den Vorwürfen gehörten unter anderem Meineid, Bestechung, Steuerhinterziehung und Mafia-Kontakte - zu rechtskräftigen Verurteilungen kam es dazu bislang aber nicht.
hen
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