Vor Italien Auch Containerschiff wartet mit Flüchtlingen an Bord

Neben der "Lifeline" liegt nun noch ein weiteres Schiff mit aus dem Mittelmeer geretteten Migranten vor der italienischen Küste. Das Containerschiff "Alexander Mærsk" hat 113 Flüchtlinge an Bord.

Flüchtlinge gehen an Bord der "Alexander Mærsk"
AFP PHOTO/ Mission Lifeline e. V. /Danilo Campailla

Flüchtlinge gehen an Bord der "Alexander Mærsk"


Ein weiteres Schiff mit im Mittelmeer geborgenen Menschen wartet auf die Einfahrt in einen Hafen in Italien. Das dänische Containerschiff "Alexander Mærsk" mit 113 Flüchtlingen an Bord erwarte Anweisungen, sagte ein Sprecher der Reederei Mærsk.

Die italienische Küstenwache, die sich zuletzt für Flüchtlings-Rettungsaktionen vor der libyschen Küste für nicht zuständig erklärt hatte, habe um die Rettung der Flüchtlinge gebeten. Daraufhin seien die Migranten am Freitag von der Crew der "Alexander Mærsk" an Bord geholt worden. Das Containerschiff liegt aktuell vor Sizilien - nur wenige Kilometer vor dem Hafen von Pozzalo entfernt. Noch immer ist unklar, wann das Boot anlegen darf.

Die Geretteten seien wohl mehrere Tage auf dem Wasser unterwegs gewesen, das sei für sie eine nervenzehrende Erfahrung, aber auch für die etwa 20 Besatzungsmitglieder, sagte ein Reedereisprecher dem Sender Danmarks Radio. "Jetzt wartet die 'Alexander Mærsk' auf nähere Instruktionen der Behörden."

Notfälle an Land gebracht

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega hatte zuvor Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen verboten, weil er die Retter für Schlepper hält, die Geld mit den Migranten machen wollen. Deshalb ist auch das deutsche Rettungsschiff "Lifeline" mit mehr als 220 Flüchtlingen seit Donnerstag auf dem Meer blockiert. Bisher hat kein Land dem Schiff erlaubt anzulegen. An Bord sind auch vier Kleinkinder. Auf Facebook bekräftigte Salvini dennoch seine Haltung.

Nun harren auch an Deck des Containerfrachters "Alexander Mærsk" Migranten aus, teils in Decken gehüllt. Eine Schwangere mit ihrer kleinen Tochter und zwei weitere Kinder und eine Frau seien als Notfälle an Land gebracht worden, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa. Am Sonntag beraten 16 Staats- und Regierungschefs der EU bei einem Minigipfel in Brüssel, was die EU gegen die Migration vor allem aus Afrika unternehmen soll.

Flüchtlinge gehen an Bord der "Alexander Mærsk"
AFP PHOTO/ Mission Lifeline e. V./ Danilo Campailla

Flüchtlinge gehen an Bord der "Alexander Mærsk"

Im Mittelmeer und im Atlantik sind am Freitag und Samstag insgesamt rund tausend Migranten aufgegriffen worden, die in die EU wollten. Mehrere Hundert davon wurden noch von der libyschen Küstenwache abgehalten. Diese nahm nach eigenen Angaben am Freitag 185 Migranten vor der Westküste des Landes auf und barg fünf Leichen. Die Beamten hätten bei zwei Einsätzen Gruppen von 91 beziehungsweise 94 Personen an Land zurückgebracht, sagte ein Sprecher der Küstenwache. Spanische Seenotretter wiederum nahmen am Freitag und Samstag fast 600 Migranten auf.

apr/dpa/Reuters

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