Wahl am Sonntag EU-Parlamentspräsident Tajani will Minister­präsident von Italien werden

Bisher ist Antonio Tajani Präsident des EU-Parlaments. Sollte Silvio Berlusconis Partei Forza Italia am Sonntag die Wahl gewinnen, möchte Tajani als Ministerpräsident nach Rom wechseln.

Antonio Tajani
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Antonio Tajani


Silvio Berlusconi hatte es bereits angekündigt, nun hat Antonio Tajani die Meldung bestätigt: Sollte die Forza Italia am kommenden Wahlsonntag stärkste Kraft in Italien werden, würde der bisherige EU-Parlamentspräsident als Ministerpräsident nach Rom wechseln.

Auf Twitter schrieb der 64-Jährige, er habe Berlusconi die Bereitschaft erklärt, Italien zu dienen. "Jetzt treffen die Mitbürger und der Staatspräsident alle weiteren Entscheidungen", schrieb er.

Der Wahlkampf wurde besonders heftig geführt, es gab Gewalt von linker, wie von rechter Seite, unter anderem tauchten auch Hakenkreuz-Schmierereien auf.

In Umfragen liegt das Bündnis aus Berlusconis Forza Italia und anderen rechten Parteien vorne. Der 81 Jahre alte Parteichef und Ex-Premier kann selbst nicht Ministerpräsident werden - nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung darf er bis 2019 keine politischen Ämter bekleiden. Für Schlagzeilen sorgte Berlusconi mit dem "Bunga-Bunga"-Sexskandal.

Etwa 51 Millionen Menschen sind in Italien aufgerufen, über ein neues Parlament abzustimmen. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung ist in Umfragen stärkste Einzelkraft, mit 28 Prozent aber weit von der Mehrheit entfernt. Die Sozialdemokraten mit ihrem Chef Matteo Renzi, die mit Paolo Gentiloni den Regierungschef stellen, müssen sich auf eine Schlappe gefasst machen.

Wegen des neuen italienischen Wahlrechts müssen Parteien oder Allianzen auf etwa 42 Prozent kommen, um regieren zu können. Da das laut Umfragen derzeit niemand schafft, wird mit einer schwierigen Regierungsbildung gerechnet - an deren Ende gar Neuwahlen stehen könnten.

höh/dpa



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