Französischer Botschafter in Rom einbestellt Grenzübertritt sorgt für Verstimmung zwischen Italien und Frankreich

Zwei französische Polizisten haben die italienische Grenze übertreten und einen Mann auf Drogen testen lassen. Der Zwischenfall löste eine Diskussion um Territorialfragen aus.

Polizist am Bahnhof in Bardonecchia (Archivbild)
AFP

Polizist am Bahnhof in Bardonecchia (Archivbild)


Ein Zwischenfall an der italienisch-französischen Grenze sorgt für diplomatische Verstimmungen zwischen den beiden EU-Ländern. Frankreichs Botschafter sei einbestellt worden, um zu erklären, warum französische Grenzpolizisten in eine Ambulanz für Migranten auf italienischem Gebiet eingedrungen seien, hieß es am Samstag aus dem Außenministerium in Rom.

Die Einrichtung im Grenzbahnhof Bardonecchia wird von der Hilfsorganisation "Rainbow for Africa" betrieben. Sie unterstützt damit Migranten, die sich über die Alpen auf den Weg nach Frankreich machen.

Disput zwischen Zoll und Hilfsorganisation

Der Organisation zufolge brachten die französischen Beamten am Freitagabend einen Nigerianer in den Bahnhof und verlangten einen Urintest, weil sie ihn des Drogenschmuggels verdächtigten. Der französische Zoll erklärte dagegen, man habe das Einverständnis des Mannes und der Organisation gehabt.

Der Test war demnach negativ. Man habe sich an die Vorschriften gehalten und sei bereit, mit der italienischen Seite das juristische Vorgehen zu klären. So sollten künftig Konflikte vermieden werden.

Mehrere italienische Politiker kritisierten, bei dem Zwischenfall sei das italienische Territorium verletzt worden. So sagte ein Abgeordneter der rechten Partei Lega, Massimiliano Fedriga, die Franzosen hätten die Italiener "zum Gespött Europas" gemacht. Es handele sich um einen ernsten Vorfall.

ans/Reuters



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