Rettungsschiffe im Mittelmeer Italien lässt 450 Bootsflüchtlinge doch an Land

Auf Sizilien sind nach mehrtägiger Ungewissheit Hunderte aus dem Mittelmeer gerettete Menschen angekommen. Italien wollte sie zuvor nicht anlanden lassen, doch dann sagten mehrere EU-Länder die Aufnahme zu.

Ein Kind wurde schon am Sonntag in Pozzallo, Italien, an Land gebracht, in der Nacht folgten 450 weitere Bootsflüchtlinge
DPA

Ein Kind wurde schon am Sonntag in Pozzallo, Italien, an Land gebracht, in der Nacht folgten 450 weitere Bootsflüchtlinge


Die Flüchtlinge, die auf zwei Rettungsschiffen vor Italien ausharren mussten, dürfen nun an Land.

In der Nacht zum Montag durften die ersten in Pozzallo auf Sizilien von den Schiffen gehen, berichteten italienische Medien und der Bürgermeister der kleinen Hafenstadt.

Zuvor hatten sich Malta, Frankreich, Spanien, Portugal und Deutschland bereit erklärt, Migranten von den Schiffen aufzunehmen. Die etwa 450 Menschen waren am Freitag mit einem Holzboot auf dem Mittelmeer unterwegs und wurden dann auf zwei Militärschiffe gebracht.

Zunächst wollte die italienische Regierung die Schiffe nicht anlegen lassen, weil das Land darauf pocht, dass sich auch andere EU-Länder an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligen.

Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei hatte sich geweigert, die Flüchtlinge ins Land zu lassen. Conte hatte daraufhin in einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der anderen 27 EU-Staaten "ein klares Zeichen" für eine Lastenteilung in der Europäischen Union verlangt und zur Aufnahme der Flüchtlinge aufgefordert.

"Erstmals können wir heute sagen, dass die Migranten in Europa gelandet sind", hieß es nun in einer Erklärung Contes.

cht/dpa/AFP

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