Italien Lega zieht bei Regionalwahl an Fünf-Sterne-Bewegung vorbei

Matteo Salvinis rechtsnationale Lega ist als Gewinner aus der Wahl in den Abruzzen hervorgegangen. Es war der erste Test für Italiens populistische Regierungskoalition.

Matteo Salvini, Innenminister und Lega-Chef
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Matteo Salvini, Innenminister und Lega-Chef


Italien steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Und obendrein hat das Land eine Regierung, die auf europäischem Parkett mit nationalistischen und teils ausländerfeindlichen Tönen irritiert.

Jetzt haben die Rechtspopulisten der Lega von Innenminister Matteo Salvini, Juniorpartner in der Regierung in Rom, ihrem größeren Partner, der Fünf Sterne-Bewegung, eine Niederlage beigebracht.

Bei der Regionalwahl in den Abruzzen, einer der ärmsten Gegenden Italiens östlich von Rom, hat das Rechtsbündnis aus Lega und rechten sowie rechtsextremen Kleinparteien klar gewonnen. Die Kandidatin der Fünf-Sterne-Bewegung landete hinter dem bürgerlichen Block sogar nur auf Rang drei.

Lega verhilft rechtsextremem Marco Marsilio zum Wahlsieg

Im direkten Vergleich bekam die Lega gut 28 Prozent, die Fünf-Sterne-Bewegung landete hingegen bei 20 Prozent der Stimmen. Bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr erhielten sie in den Abruzzen noch 40 Prozent. Das Ergebnis bestätigt den Abwärtstrend der Anti-Establishment-Partei in den Umfragen.

Die Wahl in der zentralitalienischen Region war der erste Test für die Regierungskoalition aus Salvinis Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung. Das Ergebnis dürfte die Zusammenarbeit der beiden Parteien auf nationaler Ebene weiter erschweren und Innenminister Salvini Aufwind geben.

Der Kandidat der rechtsextremen Fratelli d'Italia, Marco Marsilio, den auch die Lega unterstützt hatte, bekam nach Auszählung fast aller Stimmen knapp 50 Prozent. Fratelli d'Italia war in der Region eine Allianz mit der Lega und der Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi eingegangen - auf nationaler Ebene sitzen die Fratelli genauso wie die Forza in der Opposition.

cht/dpa



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