Italiens Ministerpräsident: Monti will auf zweite Amtszeit verzichten

"Ich werde nicht zur Wahl antreten" - Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat das Ende seiner Amtszeit angekündigt. Der 69-Jährige hatte den Posten erst im November 2011 von Silvio Berlusconi übernommen. Im kommenden Frühjahr wählen die Italiener ein neues Parlament.

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Italiens Ministerpräsident Monti: Seit November 2011 im Amt

Rom - Der italienische Ministerpräsident Mario Monti will seine Amtszeit nach der aktuellen Legislaturperiode beenden. "Ich werde nicht zur Wahl antreten", sagte der 69-Jährige dem US-Fernsehsender CNN. Es sei wichtig, dass das politische Spiel der Parteien von neuem beginne, "hoffentlich mit mehr Verantwortungsbewusstsein und Reife", so Monti, dessen Regierung zur Bewältigung der Schuldenkrise angetreten war. Im Frühjahr wird in Italien ein neues Parlament gewählt.

Als Senator auf Lebenszeit wolle sich der Technokrat aber weiterhin in die Politik einmischen. Laut der jüngsten Umfragen würden zwischen 37 und 39 Prozent der Italiener Monti wiederwählen. Damit liegt er als Spitzenreiter vor den Politikern der linken Mitte. Auch Montis Vorgänger Silvio Berlusconi erwägt eine Kandidatur. Ihn würden aktuell aber nur rund 14 Prozent der Italiener wählen.

Der parteilose Monti hatte das Amt von Berlusconi, der auf dem bisherigen Höhepunkt der Finanzkrise zurückgetreten war, im November 2011 übernommen. Zunächst war Monti zudem in Personalunion Minister für Wirtschaft und Finanzen. Diese Amt gab er aber im Juli 2012 an Vittorio Grilli ab.

max/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Das ist bitter
Europa! 26.09.2012
Zitat von sysop"Ich werde nicht zur Wahl antreten" - Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat das Ende seiner Amtszeit angekündigt. Der 69-Jährige hatte das Amt erst im November 2011 von Silvio Berlusconi übernommen. Im kommenden Frühjahr wählen die Italiener ein neues Parlament. Italien: Monti will sich nicht zur Wiederwahl stellen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-monti-will-sich-nicht-zur-wiederwahl-stellen-a-857962.html)
Monti genießt zu Recht hohes Vertrauen und Ansehen und hat das von Berlusconi ruinierte Italien auf einen guten Weg gebracht. Es wird nicht leicht sein, jemanden zu finden, der ebenso viel Autorität hat.
2. Wiederwahl ??
lomert 26.09.2012
Zitat von sysop"Italiens Ministerpräsident: Monti will auf Wiederwahl verzichten" Italien: Monti will sich nicht zur Wiederwahl stellen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-monti-will-sich-nicht-zur-wiederwahl-stellen-a-857962.html)
Ich glaube mich erinnern zu können, dass er sich noch nie den italienischen Bürgern zur Wahl gestellt hatte. Er wurde von der Parlamentsmehrheit mitten in der Legislaturperiode zum (Aushilfs-) bzw. Technokraten-Ministerpräsidenten gewählt.
3. Wiederwahl?
artusdanielhoerfeld 26.09.2012
Der Mann wurde nie gewählt, sondern von den EU-Bürokratie-Faschisten als Statthalter eingesetzt!
4. Was heißt
nonick93 26.09.2012
Der Typ wurde niemals gewählt, sondern auf demokratisch nicht legitimierter Weise eingesetzt, weil Berlusconi nicht nach der Pfeife der EU Diktatoren tanzen wollte.
5. Chuck Norris kann den Euro retten
shokaku 26.09.2012
Zitat von sysop"Ich werde nicht zur Wahl antreten" - Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat das Ende seiner Amtszeit angekündigt.
Verständlich. Für Jemanden, der Gottes Werk tut, ist es natürlich unter seiner Würde, sich dem Urteil des Urnenpöbels zu stellen.
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Steckbrief Italien
REUTERS
Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat im Gegensatz zu Griechenland zwar eine recht solide Wirtschaft, leidet aber ebenfalls unter einer gigantischen Staatsverschuldung. Die wichtigsten Daten im Überblick:
Wirtschaftsleistung 2011
1589 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2589 Milliarden Euro

Griechenland: 222 Milliarden Euro
Wirtschaftswachstum 2011
+0,7 Prozent, zum Vergleich:

Deutschland: 2,9 Prozent

Euro-Zone: 1,6 Prozent
Wirtschaftswachstum 2012
+0,6 Prozent
Staatsverschuldung
1911 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2133 Milliarden Euro

Griechenland: 351 Milliarden Euro
Staatsverschuldung in Prozent des BIP
120 Prozent. Das ist doppelt so viel wie nach dem europäischen Stabilitätspakt eigentlich erlaubt.
Neuverschuldung 2011
4,0 Prozent. Laut Stabilitätspakt dürften es nur 3,0 Prozent sein.
Arbeitslosenquote
8,3 Prozent. In der Euro-Zone sind es 10,0 Prozent.

Quelle: EU-Kommission