Italien: Monti wird Regierungschef und Wirtschaftsminister

Das neue Kabinett soll noch am Mittwochnachmittag vereidigt werden: Mario Monti wird neuer Regierungschef Italiens. Der 68-jährige Ökonom erhält einen weiteren Posten - den des Wirtschaftsministers.

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Mario Monti: Der Ökonom soll Italien aus der Krise führen

Rom - Der frühere EU-Kommissar Mario Monti ist bereit, eine italienische Notregierung aus Experten zu führen. Die letzten Hindernisse auf dem Weg zu einer neuen Führung des Landes nach dem Rücktritt von Silvio Berlusconi wurden am Mittwoch ausgeräumt. Das teilte ein Sprecher von Staatspräsident Giorgio Napolitano in Rom mit. Monti wird in der Regierung auch den Job des Wirtschaftsministers übernehmen. Der Chef der Bank Intesa Sanpaolo, Corrado Passera, soll neuer Minister für Infrastruktur und Industrie werden.

Monti und Napolitano waren zuvor zu einem Gespräch zusammengekommen. Die neue Regierung Monti solle am Nachmittag um 17 Uhr vereidigt werden.

Es gilt als sicher, dass die 63. italienische Nachkriegsregierung spätestens am Freitag eine breite Zustimmung des Parlaments in Rom erhält. Monti soll das Land aus der tiefen Schulden- und Wachstumskrise der Berlusconi-Ära führen.

Am Dienstag hatten die beiden größten Parteien des Landes - die PdL-Partei des zurückgetretenen Berlusconi und die linke PD (Demokratische Partei) des Pier Luigi Bersani - ihre Unterstützung für eine Regierung unter Monti zugesagt. Auch die Sozialpartner befürworten eine Regierung unter dem angesehenen und parteilosen Wirtschaftsfachmann Monti.

Die internationale Gemeinschaft fordert vom hochverschuldeten Italien schnelle Reformen.

hen/dpa/Reuters

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1. Ich bin
kat7 16.11.2011
auch dafür das Ackermann Kanzler und Wirtschaftsminister bei uns wird, umso flotter kommt der Systemreset. Beileid an das ital. Volk das nun noch weniger verteten wird durch seine Regierung...
2. ...
anderton 16.11.2011
Ein italienischer Superminister! Ob das die Märkte beruhigt? Ich würde sagen, er sollte sich auch gleich noch das Amt des Finanzministers schnappen, damit ihm keiner dazwischenfunkt und die Gelder komplett geräuschlos und heimlich überwiesen werden können. Hoffentlich ist dieses EU-Gebilde bald Vergangenheit, denn dann muss ich keine Angst mehr um mein Geld haben wenn in Italien oder sonstwo in Europa mal wieder gespart werden muss, weil man zu hoch verschuldet ist.
3. Zukunft
cirkular 16.11.2011
Zitat von andertonHoffentlich ist dieses EU-Gebilde bald Vergangenheit,.
Ich gehe davon aus, dass dann auch das Deutschland-Gebilde bald Vergangenheit ist. Überleben werden nur kleinste bewaffnete Einheiten.
4. danke an "kat7"
opiumfuerdasvolk 16.11.2011
fuer das "Beileid an das ital. Volk das nun noch weniger verteten wird durch seine Regierung..." Korrektur: "noch weniger" geht garnicht, also bitte schoen auch ein wenig Hoffnung!
5. ein r für Monti
kat7 16.11.2011
Zitat von opiumfuerdasvolkfuer das "Beileid an das ital. Volk das nun noch weniger verteten wird durch seine Regierung..." Korrektur: "noch weniger" geht garnicht, also bitte schoen auch ein wenig Hoffnung!
Ja vertreten natürlich, das r war grad abhanden gekommen, entschuldigung :) Er stellt sich seine Regierungsmannschaft ja selber zusammen und man kann davon ausgehen das er nicht die Interessen des Volkes im Auge hat(primär). Darauf bezog sich mein Beileid; wobei ich denke das sich bei uns nichts regen würde wenn wir auch so eine flott hingebastelte Regierung aus "Finanzexperten" hingestellt bekommen würden, dazu gehts allen zu gut.
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Aufstieg und Fall Silvio Berlusconis: Ciao Cavaliere

Steckbrief Italien
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Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat im Gegensatz zu Griechenland zwar eine recht solide Wirtschaft, leidet aber ebenfalls unter einer gigantischen Staatsverschuldung. Die wichtigsten Daten im Überblick:
Wirtschaftsleistung 2011
1589 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2589 Milliarden Euro

Griechenland: 222 Milliarden Euro
Wirtschaftswachstum 2011
+0,7 Prozent, zum Vergleich:

Deutschland: 2,9 Prozent

Euro-Zone: 1,6 Prozent
Wirtschaftswachstum 2012
+0,6 Prozent
Staatsverschuldung
1911 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2133 Milliarden Euro

Griechenland: 351 Milliarden Euro
Staatsverschuldung in Prozent des BIP
120 Prozent. Das ist doppelt so viel wie nach dem europäischen Stabilitätspakt eigentlich erlaubt.
Neuverschuldung 2011
4,0 Prozent. Laut Stabilitätspakt dürften es nur 3,0 Prozent sein.
Arbeitslosenquote
8,3 Prozent. In der Euro-Zone sind es 10,0 Prozent.

Quelle: EU-Kommission