Italien Tausende demonstrieren gegen Abschottung Europas

"Baut keine Mauer, baut Brücken": An der Grenze zu Frankreich haben Tausende Menschen für ein offenes Europa demonstriert - und gegen den harten Kurs in der Migrationspolitik von Matteo Salvini.

Demonstranten in Ventimiglia
AFP

Demonstranten in Ventimiglia


In der italienischen Stadt Ventimiglia haben Tausende Menschen gegen die Abschottung Europas und für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. Mehr als 3000 Menschen, darunter Italiener, Franzosen, Deutsche, Niederländer und Spanier, zogen am Nachmittag bis zur französischen Grenze.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen hatten zu dem vier Kilometer langen Protestmarsch aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung nannten sie als Ziel "eine Mobilisierung zum Anprangern der Brutalität der nationalen und internationalen Politik zum Umgang mit Migration". Außerdem forderten sie "ein europäisches Aufenthaltsrecht und das Recht auf Mobilität" für Migranten innerhalb Europas.

Die italienische Grenzstadt Ventimiglia hatten früher zahlreiche Flüchtlinge auf dem Weg in nördliche europäische Länder passiert. Seit 2015 verwehrt Frankreich ihnen aber systematisch die Einreise. Vor einer Woche war in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais ein Solidaritätsmarsch zu Ende gegangen, der am 30. April in Ventimiglia gestartet war. Die Demonstranten wollten mit ihrem 1400 Kilometer langen Marsch nach eigenen Angaben zeigen, dass ein "Frankreich, das willkommen heißt, existiert".

Italien ist Hauptankunftsland für Flüchtlinge, die über die gefährliche Mittelmeerroute aus Afrika in die EU gelangen. Die neue italienische Regierung aus fremdenfeindlicher Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Schiffe mit geretteten Migranten auf dem Meer blockiert. Innenminister Matteo Salvini will die Menschen nicht länger ins Land lassen.

Seit seinem Amtsantritt fährt Salvini einen harten Kurs in der Migrationspolitik. Am Samstag hatte er erneut 400 Flüchtlingen die Aufnahme verwehrt. Ein Schiff der EU-Grenzschutzbehörde Frontex und ein italienisches Polizeischiff hatten die Menschen von einem Holzboot auf dem Mittelmeer gerettet.

eaz/dpa



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