Initiative von Premier Monti: Italien will Korruption per Gesetz stoppen

Korruption kostet Italien jährlich 60 Milliarden Euro - dagegen will die Regierung Monti nun per Gesetz vorgehen. Im Parlament stimmte gar die Fraktion von Ex-Premier Berlusconi mehrheitlich zu, obwohl sich der "Cavaliere" lange gegen die Regelung gewehrt hatte.

Abgeordnetenhaus in Rom (Archivbild): Mehrheit für Anti-Korruptions-GesetzZur Großansicht
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Abgeordnetenhaus in Rom (Archivbild): Mehrheit für Anti-Korruptions-Gesetz

Rom - Italien verstärkt den Kampf gegen die im Land weit verbreitete Korruption. Das Abgeordnetenhaus in Rom verabschiedete am Mittwoch als entscheidende zweite Kammer ein Gesetz, das Bestechung zwischen Privatleuten unter Strafe stellt und auch mehr Transparenz bringt. Es sichert Staatsbediensteten Anonymität zu, die Korruption aufdecken.

Regierungschef Mario Monti hatte das Gesetz erfolgreich mit der Vertrauensfrage abgesichert. Es sei ein wichtiger Schritt, um der italienischen Wirtschaft Wettbewerbsfähigkeit zurückzubringen und ausländische Investoren anzuziehen. Kritiker nannten es dagegen einen Kompromiss, der im Kampf gegen Korruption bei weitem nicht ausreiche.

Einen volkswirtschaftlichen Schaden von 60 Milliarden Euro kostet das Unwesen der Korruption Italien pro Jahr und das schon seit langem. Diese Summe geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des italienischen Ministeriums für Öffentliche Verwaltung hervor. Ein hoher Preis für das mit fast zwei Billionen Euro nach Griechenland am höchsten verschuldete Land der Euro-Zone.

Vetternwirtschaft wird strafbar

Das lang geplante, aber immer wieder verhinderte Gesetz legt nicht nur neue und teils höhere Strafen für Korruption und Erpressung fest, sondern führt auch erstmals die Strafbarkeit von Vetternwirtschaft ein. Mit ein bis drei Jahren Haft wird ab sofort bestraft, wer versucht, einflussreiche Beziehungen zu eigenen Gunsten auszunutzen. Auch im Parlament soll aufgeräumt werden, die entscheidenden Maßnahmen gegen Vorbestrafte unter den Abgeordneten werden allerdings erneut aufgeschoben. So wird die Regierung in dem Gesetz offiziell beauftragt, den Text innerhalb der kommenden zwölf Monate um eine Norm zu erweitern, nach der dann bis in die letzte Instanz für vorsätzlich begangene Straftaten Verurteilte nicht mehr kandidieren dürfen.

Illegale Parteienfinanzierung, Veruntreuung öffentlicher Gelder, maßgeschneiderte Beratungsverträge und Vetternwirtschaft sowie öffentliche Ausschreibungen sind in Italien weitverbreitet.

Auch bei den Justizskandalen von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der das Land über die vergangenen zwei Jahrzehnte hinweg fast durchgehend regierte, ging es immer wieder auch um Korruptionsvorwürfe. Noch in den vergangenen Monaten hatten der steinreiche Medienmogul und seine Abgeordneten alles getan, um das nun verabschiedete Gesetz zu behindern.

In den vergangenen Jahren unter Berlusconis Ägide konnte von Korruptionsbekämpfung nicht die Rede sein. Dass nun gleich rund 300 der 335 Abgeordneten aus seiner Partei "Volk der Freiheit" des ehemaligen Ministerpräsidenten für das Antikorruptionsgesetz stimmten, wird in italienischen Medien als ein weiteres Zeichen seines politischen Niedergangs interpretiert.

fab/dpa/dapd

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insgesamt 16 Beiträge
Dr.pol.Emik 31.10.2012
… so etwas im Heimatland der kleinen Hand- und Spanndienste? Undenkbar. Aber wie hierzulande auch, meint man mit Gesetzen etwas zu erreichen. Vorleben ist da weniger angesagt. Kleine Erinnerung an Antikorruptionsgesetz in [...]
… so etwas im Heimatland der kleinen Hand- und Spanndienste? Undenkbar. Aber wie hierzulande auch, meint man mit Gesetzen etwas zu erreichen. Vorleben ist da weniger angesagt. Kleine Erinnerung an Antikorruptionsgesetz in Deutschland, jibbet nich … weil man sich konsortial unter den Parteien darauf verständigt hat, dass es so etwas bei uns gar nicht gibt. Zurück zu Monti, da gibt es aber noch andere Taten über den Herren die da berichtenswert wären: Duce Monti für mehr Unabhängigkeit von den Parlamenten (http://qpress.de/2012/08/07/duce-monti-fur-mehr-unabhangigkeit-von-den-parlamenten/) … sicherlich hat er damit auch unserer Bundesmutti aus der Seele gesprochen. Wie störend das Volk sein kann, musste sie erst kürzlich in Stuttgart in Erfahrung bringen … (°!°)
prontissimo 31.10.2012
allabendliche Dunkelwerden per Gesetz stoppen ? Auch Sommerzeit genannt ? Voller Erfolg !!
Zitat von sysopKorruption kostet Italien jährlich 60 Milliarden Euro - dagegen will die Regierung Monti nun per Gesetz vorgehen. Im Parlament stimmte gar die Fraktion von Ex-Premier Berlusconi mehrheitlich zu, obwohl sich der "Cavaliere" lange gegen die Regelung gewehrt hatte. Italien verabschiedet Gesetz gegen Korruption - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-verabschiedet-gesetz-gegen-korruption-a-864578.html)
allabendliche Dunkelwerden per Gesetz stoppen ? Auch Sommerzeit genannt ? Voller Erfolg !!
paradoxx 31.10.2012
kann nur *extern *bekämpft werden. Wer soll das machen, wo Gewaltenteilung durch Scheinvolksvertreter unterlaufen wird. Hat die italienische Verfassung kein Pendant zum* 137 GG?*
Zitat von Dr.pol.Emik… so etwas im Heimatland der kleinen Hand- und Spanndienste? Undenkbar. Aber wie hierzulande auch, meint man mit Gesetzen etwas zu erreichen. Vorleben ist da weniger angesagt. Kleine Erinnerung an Antikorruptionsgesetz in Deutschland, jibbet nich … weil man sich konsortial unter den Parteien darauf verständigt hat, dass es so etwas bei uns gar nicht gibt. Zurück zu Monti, da gibt es aber noch andere Taten über den Herren die da berichtenswert wären: Duce Monti für mehr Unabhängigkeit von den Parlamenten (http://qpress.de/2012/08/07/duce-monti-fur-mehr-unabhangigkeit-von-den-parlamenten/) … sicherlich hat er damit auch unserer Bundesmutti aus der Seele gesprochen. Wie störend das Volk sein kann, musste sie erst kürzlich in Stuttgart in Erfahrung bringen … (°!°)
kann nur *extern *bekämpft werden. Wer soll das machen, wo Gewaltenteilung durch Scheinvolksvertreter unterlaufen wird. Hat die italienische Verfassung kein Pendant zum* 137 GG?*
GSYBE 31.10.2012
"Italien will Korruption per Gesetz stoppen". Ist ja mittlerweile fast Standard; vielleicht, aber nur vielleicht, zieht dann auch endlich Deutschland nach. Und Sie zitieren GG...in der Tat paradox. Merke: [...]
Zitat von paradoxxkann nur *extern *bekämpft werden. Wer soll das machen, wo Gewaltenteilung durch Scheinvolksvertreter unterlaufen wird. Hat die italienische Verfassung kein Pendant zum* 137 GG?*
"Italien will Korruption per Gesetz stoppen". Ist ja mittlerweile fast Standard; vielleicht, aber nur vielleicht, zieht dann auch endlich Deutschland nach. Und Sie zitieren GG...in der Tat paradox. Merke: ein Lennister begleicht stets seine Schuld.
IsaDellaBaviera 31.10.2012
auch endlich mal versuchen, oder? Monti ist allein durch diese Aktion schon ein bemerkenswerter Mann. Good Luck, Italy!
Zitat von sysopKorruption kostet Italien jährlich 60 Milliarden Euro - dagegen will die Regierung Monti nun per Gesetz vorgehen. Im Parlament stimmte gar die Fraktion von Ex-Premier Berlusconi mehrheitlich zu, obwohl sich der "Cavaliere" lange gegen die Regelung gewehrt hatte. Italien verabschiedet Gesetz gegen Korruption - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-verabschiedet-gesetz-gegen-korruption-a-864578.html)
auch endlich mal versuchen, oder? Monti ist allein durch diese Aktion schon ein bemerkenswerter Mann. Good Luck, Italy!
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  • Mittwoch, 31.10.2012 – 18:14 Uhr
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Fläche: 301.336 km²

Bevölkerung: 59,571 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt:
Giorgio Napolitano

Regierungschef: Enrico Letta

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Steckbrief Italien
REUTERS
Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat im Gegensatz zu Griechenland zwar eine recht solide Wirtschaft, leidet aber ebenfalls unter einer gigantischen Staatsverschuldung. Die wichtigsten Daten im Überblick:





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