Berlin-Attentäter Italien weist Tunesier mit Kontakt zu Anis Amri aus

Abschiebung wegen Gemeingefährlichkeit: Italienische Behörden haben einen 36-jährigen Tunesier ausgewiesen. Er soll ein Kontakt des Berliner Weihnachtsmarktattentäters Anis Amri gewesen sein.


Italien hat wieder einen Tunesier ausgewiesen, der Kontakt mit dem islamistischen Berliner Attentäter Anis Amri gehabt haben soll. Der 36-Jährige wurde wegen Gemeingefährlichkeit abgeschoben; das teilte das Innenministerium am Samstag in Rom mit.

Erst vor wenigen Wochen hatten die italienischen Behörden einen Ägypter ausgewiesen, der unter den Handykontakten Amris gewesen sein soll.

Amri hatte im Dezember einen Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin gelenkt und zwölf Menschen getötet. Nach SPIEGEL-Informationen wurde Amri offenbar von der Führungsebene des "Islamischen Staats" (IS) gesteuert.

Die Ermittlungen in Amris Umfeld in Italien, wo er mehrere Jahre im Gefängnis gesessen hatte, brachten die italienischen Behörden auf die Spur des 36-Jährigen.

Der nun Ausgewiesene hatte Amri im Sommer 2015 eine italienische Sim-Karte besorgt und mit dem späteren Attentäter Kontakt gehalten, als dieser bereits in Deutschland wohnte. Der Tunesier habe auch mit anderen radikalisierten Personen zu tun gehabt. Seit 2015 hat Italien bereits 174 mutmaßliche Extremisten abgeschoben.

yes/dpa



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