Rom Zehntausende Beamte demonstrieren gegen Premier Renzi

Sie fordern höhere Gehälter und die Schaffung neuer Arbeitsplätze: In Rom haben Zehntausende Beamte gegen Matteo Renzi protestiert. Die Staatsdiener kritisieren zudem die Sparmaßnahmen des italienischen Premierministers.

Demonstranten in Rom: 12,6 Prozent Arbeitslosigkeit
DPA

Demonstranten in Rom: 12,6 Prozent Arbeitslosigkeit


Rom - Zu Zehntausenden sind italienische Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Rom auf die Straße gegangen, um ihren Unmut gegen Premierminister Matteo Renzi auszudrücken. Die Beamten fordern unter anderem eine Erhöhung ihrer Gehälter und verlangen von der Regierung die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Die Gewerkschaft CGIL drohte mit einem Streik, sollten die rund drei Millionen Staatsdiener keine bessere Entlohnung erhalten. Zudem sind die Demonstranten verärgert über drastische Sparmaßnahmen, mit deren Hilfe Italien die Defizitregeln der Europäischen Union einhalten will. Renzis Gegner werfen ihm vor, er beschneide zwar die Arbeitnehmerrechte, tue aber nichts, um die Wirtschaftskrise zu bekämpfen.

Ende Oktober hatten in Rom bereits Tausende gegen die geplanten Arbeitsmarktreformen Renzis demonstriert. Diese sehen eine Lockerung des Kündigungsschutzes vor. Die Arbeitslosigkeit in Italien liegt bei 12,6 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien hat mit 44,2 Prozent einen Rekordstand erreicht.

kha/Reuters



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insgesamt 22 Beiträge
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Liberalitärer 08.11.2014
1. Euroexitus
Kann man alles machen mit der Lira, aber nicht in Euro. Es wird höchste Zeit, dieses Experiment abzubrechen. Höhere Löhne sind wünschenswert, aber gerade dort bitte nicht.
agua 08.11.2014
2.
Ich wüßte nun gerne, ob in Italien alle im Öffentlichen Dienst arbeitenden Menschen gleich Beamte sind. In Portugal ist das nicht der Fall. Ich spreche diesen Punkt an, weil in dieser Formulierung, die genutzt wird, der Anschein erweckt wird, als würden Menschen demonstrieren, die eigentlich keinen Grund dazu haben. Es ist schade, dass zu solchen Artikeln eigentlich immer die Hintergrundinformation fehlt, was sich auf die Qualität der Diskussion im Forum niederschlägt.
ilmar 08.11.2014
3.
.... in Italien muss ein Arbeitgeber nach Kündigung dem Arbeitnehmer 12Monate das feste Gehalt zahlen. Ein Paradies. Und Sie wundern sich über die Arbeitslosigkeit! Sie sollten nach D, NL, GB, oder A kommen!
sbv-wml 08.11.2014
4. Wer soll das bezahlen?
Ich gehe mal davon aus, dass der deutsche Arbeitnehmer wieder dafür zur Kasse gebeten wird.
analyse 09.11.2014
5. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Italien bei 41,2 %
und da streiken die Beamten gegen Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit!Es scheint überall vernünftige Streiks zu geben und egoistische unangemessene !
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