Hamburg - Die Verletzung sitzt tief. Der Überraschungssieger der italienischen Parlamentswahlen, Beppe Grillo, wehrt sich gegen die Bezeichnung "Clown". So hatte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück den Gründer der Protestbewegung "Fünf Sterne" und den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi tituliert und damit - so Grillo - schlechte Manieren bewiesen. "Steinbrück hat sich benommen wie ein Flegel", sagte Grillo in einem Interview mit "Bild am Sonntag". "Ich bin ein Komiker, aber kein Clown."
Grillo warf Steinbrück zudem vor, mit seiner Äußerung "alle Italiener beleidigt" zu haben. Trotzdem erwartet er keine Entschuldigung: "Die interessiert mich gar nicht."
Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat indes nach Grillos Ansicht alles richtig gemacht, als er Steinbrück wegen dessen Äußerungen von einem Abendessen ausgeladen hatte: "Ich fühle mich da sehr gut in Schutz genommen von meinem Staatspräsidenten. Das hat er schon ganz richtig gemacht, dass er Steinbrück nicht empfangen hat."
Steinbrück muss in diesen Tagen einstecken. "Flegelhaft" und "Mangel an Respekt", tönt es aus Italien. Ein Politiker drohte: "Weg mit Steinbrück, oder wir boykottieren deutsche Produkte." Natürlich sprangen - hier wie dort - die Medien ein und fachten mit dem Funken schnell ein kleines Feuerchen an. "Berlusconi im Clown-Check" hieß es im deutschen Boulevard, dazu eine Fotomontage: der "Bunga Bunga"-Mann mit knolliger Clownsnase. Und ein Kommentator titelte: "Schlechte Wahl, Italien."
jjc
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