Südafrika Zuma will nun doch für Villenrenovierung bezahlen

Wie viel soll der südafrikanische Präsident Zuma für die Renovierung seines Luxusanwesens zurückzahlen? Darüber soll nun der Rechnungshof des Landes entscheiden. Zuma hatte sein Domizil auf Staatskosten aufgehübscht.

Bauarbeiten in Nkandla (2012): Swimmingpool als Feuerwehrreservoir
REUTERS

Bauarbeiten in Nkandla (2012): Swimmingpool als Feuerwehrreservoir


Südafrikas Präsident Jacob Zuma ist in seinem Land umstritten. Der Druck von Opposition, Bürgern und Medien lässt nicht nach. Allerdings hat sich der 73-Jährige das zum Teil selbst zuzuschreiben - wegen teils grotesker Fehlentscheidungen.

Homestead - Gehöft oder Landsitz - nennt der Präsident die Ansammlung von ungefähr zwei Dutzend Gebäuden in der Ortschaft im Osten des Landes. Die Häuser wirken strohgedeckt, und doch ist es ein luxuriöser Villenkomplex in Buschhütten-Optik.

Mit Geld aus der Staatskasse wurde das präsidiale Anwesen renoviert, um neuen Sicherheitsanforderungen zu genügen, so die offizielle Begründung. Ein neu gebauter Swimmingpool wurde in dieser Logik zur Wasserreserve für die Feuerwehr umgedeutet. Ein Veröffentlichung der Fotos, die Zumas Villen zeigen, soll der Präsident hintertrieben haben.

Zwei Welten: Vorne Zumas Nachbarn, hinten die Gebäude, die mit Steuermitteln saniert wurden
REUTERS

Zwei Welten: Vorne Zumas Nachbarn, hinten die Gebäude, die mit Steuermitteln saniert wurden

Jetzt muss Zuma zurückzahlen - allerdings stimmte er erst nach langer und heftiger Kritik zu. In welcher Höhe, darüber sollen nun gemeinsam der südafrikanische Rechnungshof und das Finanzministerium entscheiden, teilte der Staatschef mit.

In das luxuriöse Anwesen flossen rund 250 Millionen Rand, das sind derzeit 14,3 Millionen Euro. Das ist ungefähr der Gegenwert von hundert Einfamilienhäusern in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg.

Seit 2009 wird Zuma für den Bau von den Medien kritisiert. Hinzu kam eine chaotische Personalrochade: Zuma setzte erst einen neuen Finanzminister ein - nur um ihn nach vier Tagen gegen einen früheren Finanzminister auszutauschen. Dazu kamen die anhaltenden Studentenproteste wegen geplanter, von Kritikern als horrend kritisierten, Studiengebühren, die dann nicht in voller Höhe kamen.

cht/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.