Südafrika Präsident Zuma tritt zurück

Südafrikas Präsident Jacob Zuma tritt "mit sofortiger Wirkung" von seinem Amt zurück. Zuvor war er massiv unter Druck der Regierungspartei ANC geraten.

Jacob Zuma
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Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma hat sein Amt niedergelegt. Nach rund neun Jahren an der Macht beugte er sich dem Druck der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) und erklärte am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt.

Damit kam der von Korruptionsskandalen belastete 75-Jährige einem für Donnerstag geplanten Misstrauensvotum im Parlament zuvor. Zuma erklärte in einer Ansprache an die Nation, er sei stolz darauf, für den ANC gegen "Jahrhunderte Brutalität der weißen Minderheit" gekämpft zu haben.

Zuma erklärte, er verstehe nicht, wieso die Partei am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt gefordert habe, aber er füge sich dem Willen der Organisation. "Der ANC darf nie in meinem Namen gespalten werden", sagte er. "Ich habe den Menschen Südafrikas so gut gedient, wie ich konnte." Es sei eine große Ehre für ihn gewesen. In den vergangenen Tagen hatte Zuma sich noch stur gezeigt, der ANC selbst agierte schwach und zögerlich.

Mit Zumas Rücktritt ist der Weg nun frei für den ANC-Vorsitzenden und bisherigen Vizepräsidenten Cyril Ramaphosa, der schon am Freitag als neuer Staatschef vereidigt werden soll. Zumas Rücktritt gebe den Menschen in Südafrika Sicherheit, teilte der ANC mit.

Noch am Mittwochnachmittag hatte sich Zuma in einem Interview gegen seine Absetzung gewehrt. "Niemand hat mir eine Erklärung gegeben, was ich getan haben soll. Ich finde das unfair, sehr unfair", sagte Zuma. Seine zweite Amtszeit wäre eigentlich erst mit den nächsten Wahlen 2019 zu Ende gegangen.

Gegen Zuma kursieren Vorwürfe, er habe einer Unternehmerfamilie Geschäfte zugeschustert und ihr unzulässig Einfluss auf die Politik gewährt - bis hin zur Ernennung von Ministern und Managern staatlicher Unternehmen. Trotz der Anschuldigungen der unabhängigen Antikorruptionsbehörde wurde Zuma bisher nicht angeklagt. Der Staatschef bestreitet alle Vorwürfe.

Zuma war zur Zeit des rassistischen Apartheidregimes in Südafrika Teil der ANC-Führung im Exil. Er saß für den Kampf gegen die weiße Regierung als junger Mann zehn Jahre im Gefängnis.

mja/dpa/Reuters



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