Brasilien Bolsonaro teilt obszönes Video - und versucht sich zu erklären

Es war ein Video vom Straßenkarneval in Brasilien: Präsident Bolsonaro teilte auf Twitter eine Szene, in der ein Mann auf einen anderen urinierte. Nun hat er eine Erklärung nachgeliefert.

Jair Bolsonaro
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Jair Bolsonaro


Jair Bolsonaro hat mit einem obszönen Video vom Straßenkarneval scharfe Kritik auf sich gezogen. Auf Twitter verbreitete der rechtspopulistische Präsident Brasiliens eine Szene, in der ein Mann auf einen anderen uriniert. Nun bemüht sich Bolsonaro um Klarstellung.

Mit der Aufnahme habe er nicht den Karneval an sich kritisieren wollen, sondern lediglich eine Verzerrung des für dieses Fest typischen Geistes, zitierte das Nachrichtenportal Uol aus einer Mitteilung seiner Pressestelle.

Auf der Aufnahme, die Bolsonaro am Dienstagabend auf seinem Account veröffentlicht hatte, ist ein Mann zu sehen, der auf einer Bühne in São Paulo dem Publikum sein Gesäß entgegenstreckt und sich mit der Hand an den After fasst. Anschließend bückt er sich, während ein anderer Mann ihm auf den Kopf uriniert. "Ich fühle mich nicht wohl, dies zu zeigen. Doch wir müssen der Bevölkerung die Wahrheit zeigen, damit sie Bescheid weiß und immer ihre Prioritäten setzen kann", schrieb Bolsonaro.

Bolsonaro bekannt für schwulenfeindliche Kommentare

Später setzte Bolsonaro noch einen Tweet mit der Frage ab, was "Golden Shower" bedeute. Dieser Begriff tauchte in einem der Hashtags auf, die aus Kritik an dem Video entstanden waren. Damit gemeint ist eine sexuelle Praktik, bei der jemand auf einen anderen uriniert.

Zusätzlich prekär ist der Fall dadurch, dass Bolsonaro bereits in der Vergangenheit nicht nur durch rassistische, sondern auch durch schwulenfeindliche Kommentare aufgefallen ist. Im vergangenen Oktober gewann er die brasilianische Präsidentschaftswahl, seit Januar ist er Staats- und Regierungschef.

Viele Nutzer hatten mit Unverständnis darauf reagiert, dass ein Präsident mit dreieinhalb Millionen Followern ein solch pornografisches Video ins Netz stellt und damit verbreitet. Einige forderten sogar, aus diesem Grund eine Amtsenthebung anzustrengen. Andere, darunter Mitglieder seiner Partei PSL, verteidigten sein Handeln. Dritte verwiesen darauf, dass es sich um einen Einzelfall während der ansonsten zwar durchaus kritischen, aber fröhlichen Karnevalstage gehandelt habe.

aev/dpa



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