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Anschlag in Jakarta: Polizei nimmt drei Terrorverdächtige fest

Polizisten in Jakarta: Drei Verdächtige festgenommen Zur Großansicht
DPA

Polizisten in Jakarta: Drei Verdächtige festgenommen

Nach dem Terroranschlag mit sieben Toten in Jakarta hat die indonesische Polizei ersten Berichten zufolge drei Männer gestellt: Die Verdächtigen sollen mit der Attacke zu tun haben, zu der sich die Terrormiliz IS bekannte.

Stundenlang versetzten fünf Angreifer Indonesiens Hauptstadt Jakarta in Angst und Schrecken: Mitten im Zentrum der Millionenstadt hatten die Täter ein Café und eine Polizeistation attackiert. Zwei Täter sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft, die anderen eröffneten das Feuer. Das war am Donnerstag.

Einen Tag später hat die Polizei nun nach Medienberichten drei Verdächtige festgenommen. Sie sollen Verbindungen zu der Attacke haben, sagte der Polizeichef der Region Depok, Dwiyono, dem Sender MetroTV. Die Männer wurden demnach in ihren Häusern in Depok am Rande von Jakarta festgenommen. Sie hätten eine Frau bedroht, berichtete MetroTV unter Berufung auf die Polizei.

Bei der Attacke am Donnerstagmorgen starben zwei Zivilisten und die fünf Terroristen. 20 Menschen wurden verletzt. Über die Identität der Angreifer machten die Behörden keine Angaben. Vier der fünf getöteten Attentäter seien identifiziert. Bei der Durchsuchung der Wohnung eines Angreifers seien Beweise für eine Verbindung zur Dschihadistenmiliz "Islamischen Staats" (IS) gefunden worden. Unter anderem handle es sich um eine Flagge der Organisation.

Die Polizei teilte laut der Nachrichtenagentur AP mit, dass zwei der fünf Männer bereits bekannt gewesen seien, sie hätten in Haft gesessen wegen terroristischer Straftaten.

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Explosionen im Einkaufszentrum: IS-Terror in Jakarta

Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Offenbar steckt die Terrormiliz hinter dem blutigen Überfall. Ziel waren explizit "Ausländer und die zu deren Schutz abgestellten Sicherheitskräfte", wie die als Sprachrohr des IS geltende Nachrichtenagentur Aamaq mitteilte. Auch die indonesische Polizei bezeichnete den IS als Urheber des Terroranschlags.

Die Polizei erhöhte die Sicherheitsvorkehrungen an Regierungsgebäuden, Botschaften und Einkaufszentren. Die Behörden fahnden im ganzen Land mit Hochdruck nach mutmaßlichen Terroristen. Unter anderem werde nach Sympathisanten eines indonesischen Kämpfers des IS in Syrien gesucht, sagte der Polizeichef der Hauptstadt, Tito Karnavian. Der Mann, Bahrun Naim, hatte die Terroranschläge in Paris in November in sozialen Medien gerühmt und versucht, seine Landsleute zu ähnlichen Attacken anzustacheln.

In New York verurteilte der Uno-Sicherheitsrat den Anschlag in Jakarta. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen würdigte den Einsatz der Polizei, die innerhalb von Minuten am Tatort war und Passanten in Sicherheit brachte. Angesichts der jüngsten Terrorattacken in verschiedenen Weltregionen seien die Mitglieder des Sicherheitsrats tief besorgt über die andauernde Bedrohung des Friedens durch den IS und andere Extremisten, hieß es.

Terrorexperten beobachten seit Längerem, dass die Hasspropaganda des IS auch in dem für seine religiöse Toleranz bekannten Inselstaat Indonesien Anhänger findet (Lesen Sie mehr).

Im Video: Terror in Jakarta

heb/dpa/AP

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Bevölkerung: 252,812 Mio.

Fläche: 1.910.931 km²

Hauptstadt: Jakarta

Staats- u. Regierungschef:
Joko Widodo

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